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Top500: China stellt mit eigener Hardware den schnellsten Supercomputer
Nach Jahren der Abstinenz ist China wieder dabei – und wie: Mit eigenem Prozessor, eigenem Interconnect und eigenem Betriebssystem auf Platz 1 der Top500-Liste.
Eröffnung des Supercomputerrs LineShine am National Supercomputing Center in Shenzhen (NSCCSZ) im April.
(Bild: National Supercomputing Center in Shenzhen (NSCCSZ))
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Die 67. Liste der schnellsten Supercomputer, auch bekannt als Top500, hat es wieder einmal in sich. Nun knackt ein chinesisches Eigengewächs als erster Supercomputer die prestigeträchtige Marke von 2 Trillionen Berechnungen pro Sekunde (2 EFlops) im Benchmark High Performance Linpack (HPL). Dieser misst die Rechenleistung bei der Lösung riesiger linearer Gleichungssysteme mit doppelter Gleitkommagenauigkeit (FP64). Die Ausfuhrbeschränkungen für US-Hardware scheint China zwar vor ein paar Herausforderungen gestellt, am Ende aber nicht dauerhaft behindert zu haben.
Vor Jahresfrist war noch der Jupiter Booster aus Jülich als schnellstes europäisches System und später als erstes europäisches Exascale-System eines der Highlights. Bei Exascale-Systemen handelt es sich um Supercomputer, die pro Sekunde mindestens eine Trillion (1018) Rechenoperationen im HPL schaffen.
Ebenfalls neu in den Top 10 der Liste ist ein zweites kommerzielles System des italienischen Mineralöl- und Energie-Konzerns Eni auf Platz 6. Aus der Top-10-Liste fallen der finnische LUMI und der italienische Leonardo.
Insgesamt schafften es 44 neue Systeme mit durchschnittlich 91 PFlops und Zusammen 3994 PFlops in die 67. Top500-Liste. Der neue Spitzenreiter aus China steuert also mehr als die Hälfte der neuen Rechenleistung bei. Wenn Sie selbst Ihr Glück versuchen wollen: Für den Einstieg auf Platz 500 braucht Ihr PC mehr als 2661,56 TFlops.
Nachdem China zu einem der führenden Länder auf der Top500-Liste avanciert war, stoppte es ab 2019 auch aufgrund der US-Exportbeschränkungen die Veröffentlichung von Zahlen für seine Supercomputer. Davor war der Sunway TaihuLight im Jahr 2017 das letzte chinesische System auf dem Top500-Spitzenplatz. Allerdings war es ein offenes Geheimnis, dass in China bereits mehrere Exascale-Systeme liefen.
Das neue System hört auf den Namen LineShine und war bereits im April 2026 vorgestellt worden. Es fehlten allerdings konkrete Leistungswerte der auch Ling Chen oder Ling Shen (灵晟) genannten Maschine.