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Nach 21 Jahren: Amazon schließt „Mechanical Turk“
Auf „Mechanical Turk“ kann man Menschen dafür bezahlen, dass sie beispielsweise massenhaft Fotos klassifizieren. Nach mehr als zwei Jahrzehnten ist nun Schluss.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Nach fast 21 Jahren schließt Amazon die Plattform „Mechanical Turk“, auf der Menschen für Arbeiten bezahlt werden konnten, mit denen Computer lange überfordert waren oder für die Algorithmen zu lange brauchten. Das hat der US-Konzern auf der zugehörigen Internetseite publik gemacht. Dort heißt es, dass der Dienst am 30. September endgültig geschlossen wird. Als Begründung wird lediglich darauf verwiesen, dass Programme, Werkzeuge und Dienste regelmäßig überprüft würden, um „Anpassungen“ vorzunehmen. CNBC zitiert eine Expertin mit der Einschätzung, dass sich der Dienst schon lange im Niedergang befunden hat, zuletzt vor dem Hintergrund der zunehmenden Leistungsfähigkeit von KI-Modellen. Seit Juli wurden keine Neukunden mehr akzeptiert.
Amazons „Mechanical Turk“ wurde im Herbst 2005 eröffnet, Menschen konnten dort etwa dafür bezahlt werden, Objekte auf Fotos zu identifizieren. Für jede der „einfachen und sich wiederholenden Aufgaben, die manuell erledigt werden müssen“, gab es einen geringen Geldbetrag. Der Name des Dienstes bezieht sich auf den „berühmtesten Automaten der Welt“, der die Welt im 18. Jahrhundert in Aufregung versetzte. Angeblich komplett automatisch spielte das Gerät in Form einer Puppe in osmanischen Gewändern ab 1770 gegen Menschen in aller Welt Schach. Eine komplizierte Mechanik erweckte den Eindruck, dass das ohne menschliche Hilfe erfolgte. Erst Jahrzehnte später wurde bekannt, dass im Inneren doch ein Mensch gesteckt und die Spielzüge ausgeführt hat.
MTurk, wie der Dienst von Amazon später genannt wurde, entwickelte sich zu einer wichtigen Plattform der sogenannten Gig-Economy. Darunter werden Dienste zusammengefasst, über die kleine Aufträge an nominell Selbständige vergeben werden, beispielsweise bei der Zustellung von Essen. Zwischenzeitlich haben mehr als 500.000 Menschen auf MTurk ihre Dienste angeboten, schreibt CNBC. Je mehr Aufgaben dann doch KI-Modelle übernehmen konnten, desto weniger Ressourcen habe Amazon in die Weiterentwicklung gesteckt. In der Folge seien viele zu anderen Plattformen gewechselt, die ähnliche Dienste anbieten. Trotzdem gebe es noch immer Menschen, die in Vollzeit ihr Geld auf „Mechanical Turk“ verdienen, zitiert CNBC die Expertin: „Die machen sich jetzt Sorgen.“
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