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E-Zigaretten schlagen Pflaster, Kaugummi und Co. beim Rauchstopp
Wer mit dem Rauchen aufhören will, schafft dies mit nikotinhaltigen E-Zigaretten häufiger als mit Pflastern oder Kaugummis, wie ein aktualisierter Cochrane-Review mit hoher Evidenzsicherheit bestätigt. Trotzdem gelingt der Rauchstopp auch mit E-Zigaretten nur einer Minderheit, während zu langfristigen gesundheitlichen Folgen weiterhin belastbare Daten fehlen.
Freiburg (Deutschland). Rauchen macht stark abhängig, und viele Menschen benötigen mehrere Versuche, bevor sie dauerhaft auf Tabakzigaretten verzichten, weshalb nikotinhaltige E-Zigaretten trotz offener Fragen zu ihren langfristigen Gesundheitsrisiken als mögliche Ausstiegshilfe genutzt werden.
Forscher der University of Massachusetts Amherst (UMass Amherst) um Dr. Jamie Hartmann-Boyce haben nun gemeinsam mit internationalen Kollegen den Living Systematic Review zur Rauchentwöhnung mit E-Zigaretten aktualisiert. Die aktuelle Fassung umfasst 80 Studien mit 29.861 erwachsenen Teilnehmern und berücksichtigt die Evidenz bis zum 1. Januar 2026. Als rauchfrei gilt darin, wer mindestens sechs Monate keine herkömmlichen Tabakzigaretten mehr raucht, wobei der Gebrauch von E-Zigaretten für diesen Endpunkt nicht als Rauchen zählt.
Für die entscheidenden Wirksamkeitsvergleiche stützt sich die Übersichtsarbeit vor allem auf randomisierte kontrollierte Studien und bewertet mit dem GRADE-System, wie verlässlich die zusammengefassten Ergebnisse für die jeweiligen Vergleiche sind.
Am klarsten fällt der Vergleich mit einer Nikotinersatztherapie (NRT) aus, zu der etwa Pflaster und Kaugummis gehören. In elf Studien mit zusammen 4.114 Teilnehmern waren nach sechs bis zwölf Monaten ungefähr zehn von 100 Menschen mit nikotinhaltigen E-Zigaretten rauchfrei, gegenüber etwa sechs von 100 mit NRT. Das relative Risiko für einen erfolgreichen Rauchstopp lag bei 1,61, das 95-Prozent-Konfidenzintervall bei 1,23 bis 2,12, und die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz bewertet der Review als hoch.
Der absolute Vorteil bleibt dennoch klein. Rund 90 von 100 Menschen schaffen demnach auch mit nikotinhaltigen E-Zigaretten keinen Rauchstopp. Eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit bedeutet deshalb nicht, dass die Methode für die Mehrheit zum dauerhaften Ausstieg führt.
Auch gegenüber E-Zigaretten ohne Nikotin schneiden nikotinhaltige Geräte wahrscheinlich besser ab und führten in sieben Studien mit 1.918 Teilnehmern zu etwa zwei zusätzlichen Rauchstopps pro 100 Menschen. Für diesen Vergleich stuften die Autoren die Evidenz als moderat ein.
Im Vergleich mit ausschließlich verhaltenstherapeutischer oder gar keiner Unterstützung waren ungefähr neun von 100 Menschen mit E-Zigaretten rauchfrei, gegenüber etwa fünf von 100 in den Vergleichsgruppen, wobei diese Auswertung elf Studien mit 7.214 Teilnehmern umfasst. Das Ergebnis ist jedoch deutlich unsicherer, weil eine Verblindung meist nicht möglich war und sich die Intensität der zusätzlichen Beratung zwischen den Studien unterschied.
Bei der Sicherheit bleibt die Lage unsicher. In acht Studien mit 3.107 Teilnehmern traten Beschwerden unter nikotinhaltigen E-Zigaretten insgesamt ähnlich häufig auf wie unter Nikotinersatz, doch die Evidenz dafür ist nur niedrig vertrauenswürdig. Die aktuelle Auswertung liefert zudem keinen Hinweis auf vermehrte schwere kurzfristige Schäden, was eine langfristige Risikofreiheit aber nicht belegt.
Gerade für Zeiträume von mehr als ein bis zwei Jahren fehlen weiterhin ausreichende Daten, sodass unter anderem offen ist, wie häufig Menschen dauerhaft ausschließlich E-Zigaretten verwenden oder parallel weiter Tabakzigaretten rauchen. Die Ergebnisse des Reviews beziehen sich außerdem auf regulierte nikotinhaltige E-Zigaretten und lassen sich nicht ohne Weiteres auf illegale Produkte oder Produkte mit anderen Wirkstoffen übertragen.