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ARD-Vorwahlumfrage für Sachsen-Anhalt: AfD mit großem Vorsprung
In der letzten ARD-Umfrage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD deutlich vorn. Die CDU verliert dagegen weiter. Einen Patt gibt es bei der Frage nach der Regierungsführung.
Wenn schon am kommenden Sonntag die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stattfinden würde, käme die CDU aktuell auf 22 Prozent, was für die Partei ein historischer Tiefstand in dem Bundesland wäre. Im Vergleich zum letzten Sachsen-AnhaltTrend von Ende Juli verliert die CDU noch einmal (-2).
Die AfD hätte derzeit Aussicht auf 42 Prozent (+1 zu Juli), womit sie ihr Ergebnis von 2021 verdoppeln und bundesweit ihr bestes Ergebnis bei Landtagswahlen erzielen würde. Die Linke läge aktuell bei elf Prozent (-2), die SPD bei acht Prozent (+1) und die Grünen bei sechs Prozent (+1). Alle drei Parteien bewegen sich damit etwa auf dem Niveau von 2021. Das BSW würde derzeit mit vier Prozent an der Mandatsschwelle scheitern, die FDP mit drei Prozent. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf vier Prozent.
Das hat die repräsentative ARD-Vorwahlumfrage ergeben, für die das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap von Montag bis Dienstag 1.511 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt befragt hat.
Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose. Vielmehr zeigt die Befragung die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der jedoch erst am Tag der Wahl komplett abgeschlossen ist.
Deswegen können aus Umfragen nur bedingt Rückschlüsse auf den Wahlausgang gezogen werden. Ein Grund: Viele Wählerinnen und Wähler legen sich erst kurzfristig fest und die letzte Phase des Wahlkampfs kommt noch.
Gut jeder zehnte Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt (elf Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für sieben von zehn Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung fest. Etwa jeder Fünfte (19 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
Gerade die letzte Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2021 hat gezeigt, welche Dynamik sich bis zum Wahltag noch entfalten kann. Vor fünf Jahren hatte eine Mobilisierung im Schlussspurt des Wahlkampfes dafür gesorgt, dass die CDU den - in den Umfragen eng gemessenen - Abstand zur AfD deutlich ausbauen konnte und dann am Wahltag als deutliche Siegerin der Wahl hervorging.
Damals trat der äußerst populäre CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff zur Wiederwahl an. Zudem gab es in weiten Teilen der Wählerschaft einen Wunsch, die AfD in dem Bundesland als stärkste Partei zu verhindern.
Die personellen Vorzeichen haben sich seitdem verändert - und der seit Januar amtierende CDU-Ministerpräsident Sven Schulze ist weit entfernt von den Beliebtheitswerten seines Vorgängers.