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GTA 6: Rockstar traf Ex-Kriminelle und Waffenhändler für maximalen Realismus
Rockstar North setzt für GTA 6 auf Recherchen vor Ort in Miami, lebendigere NPCs und ein eigenes Mode-Ökosystem. Alle Details aus dem Dazed-Report
Rockstar hat für GTA 6 große Versprechen gegeben und die Fans erwarten wahrscheinlich noch mehr. Derzeit scheint es so, dass alles auf einen großen Erfolg zuläuft – oder es zumindest keine Enttäuschung wird –, denn die Spieleschmiede aus New York hat für ihre Recherchen zu Grand Theft Auto 6 offenbar keine Kosten und Mühen gescheut. Das Studio schickte nicht nur mehrere Entwickler-Teams nach Miami, sondern stationierte dort auch eine Truppe für langfristige Nachforschungen.
All diese Infos stammen aus einem Artikel im Dazed-Magazin. Dieser ging gestern Abend online, bevor die vollständige Ausgabe im September an die Kioske kommt. Darin sprechen verschiedene Rockstar-Entwickler unter anderem darüber, wie extrem aufwendig sie für das Spiel recherchiert haben.
Ein wichtiger Aspekt sind dabei die NPCs von GTA 6. Laut dem Artikel verhalten sie sich "weniger wie typische NPCs als je zuvor". Rockstar will offenbar "eine Welt der totalen Immersion erschaffen". Die Charaktere sollen viel direkter auf die Spieler reagieren, wenn sie die Straße entlanglaufen.
Das bekannte "Florida Man"-Meme kommt ebenfalls zur Sprache – also Männer aus Florida, die nach völlig absurden Eskapaden in den Zeitungen landen. Das passte natürlich schon immer perfekt zu den abgedrehten, völlig überzogenen Passanten von GTA. Es klingt aber so, als würde Rockstar die Sache dieses Mal etwas durchdachter angehen, auch wenn uns sicher wieder jede Menge Verrücktheiten erwarten.
"Wir betrachten unsere früheren Spiele mit einem kritischen Blick", erklärt Rob Nelson, Co-Chef von Rockstar North, gegenüber dem Magazin. "Wir schauen genau, wo wir uns weiterentwickeln wollen. Dabei konzentrieren wir uns auf Dinge, die wir damals nicht so gut umgesetzt haben, wie wir es gerne gewollt hätten. Entweder fehlte uns die Zeit, die Ressourcen oder die Technik. Manchmal haben wir bestimmte Aspekte auch einfach nicht gut genug durchdacht."
Was die NPCs angeht, schreibt Dazed: "Ob jung oder alt, groß oder klein, tätowiert, gepierct oder mit Schönheits-OPs. Sie tragen Retro-Hawaiihemden, schicke Anzüge, Luxusmode oder dreckige Militärklamotten. Die Körper und Outfits der virtuellen Massen sind deutlich abwechslungsreicher als in den Vorgängern. Außerdem passen sie sich viel besser an ihre jeweilige Umgebung an – vom Viertel Little Cuba in Vice City bis zur Wildnis des Mount Kalaga Nationalparks."
Autor Michael Wiafe verriet dem Magazin derweil, dass das Studio die Spielwelt von Miami und Florida mit "einem offenen Geist, echter Wertschätzung und tiefer Neugier" für die dortigen Kulturen aufbauen will. "Es ist leicht, einfach zynisch zu sein und zu sagen: 'Das ist total schräg, baut das ins Spiel ein'", erklärte er. "Aber da durften wir nicht stehen bleiben. Wir möchten euch als Spielern das Gefühl geben, wirklich etwas zu entdecken, anstatt nur alte Klischees aufzuwärmen."
Damit kommen wir zur Recherche. Dem Artikel zufolge reisten im letzten Jahrzehnt etliche Rockstar-Mitarbeiter nach Miami und in die Umgebung. Außerdem stellte das Studio extra für das Spiel ein "engagiertes Recherche-Team direkt in der Stadt" auf.
Rupert Humphries, Senior Vice President of Narrative bei Rockstar, fügte hinzu: Die Entwickler trafen sich mit "Ex-Kriminellen, Gesetzeshütern, Club-Promotern, Waffenhändlern und jedem berüchtigten oder einflussreichen Menschen, der unsere Anrufe entgegennahm". Danach hängen die Entwickler vor Ort ab, saugen die Atmosphäre auf und hören sich die Geschichten der Leute an. Sie gleichen diese Infos mit Büchern und Reportagen ab. So versuchen sie herauszufinden, welche Charaktere die Spielwelt wirklich zum Leben erwecken.