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Omarchy Linux: Desktop-Umbau und 10 Millionen Dollar für Stiftung
Omarchy 4.0 ersetzt große Teile der bisherigen Desktop-Umgebung. Gleichzeitig erhält das Projekt eine mit zehn Millionen US-Dollar finanzierte Stiftung.
Omarchy, die Arch-basierte Linux-Distribution von Ruby-on-Rails-Schöpfer David Heinemeier Hansson, hat mit Version 4.0 alias „Quattro“ die bislang größte Überarbeitung des Projekts erhalten. Das am 14. August veröffentlichte Release baut weite Teile der Desktop-Oberfläche neu auf, stellt die interne Paketierung um und erweitert die Integration von Coding-Agenten.
Bereits am 25. August folgte Version 4.0.1. Das Update enthält vor allem Sicherheitskorrekturen, die das inzwischen eingerichtete Omarchy Security Team geprüft hat.
Die größte technische Neuerung von Quattro ist eine neue Desktop-Shell auf Basis von Quickshell und Qt Quick. Bar, Launcher, Menüs, Benachrichtigungen, On-Screen-Displays, Kontrollpanels, Lockscreen und Polkit-Agent laufen nun innerhalb eines gemeinsamen Quickshell-Prozesses.
Damit ersetzt Omarchy mehrere bislang separat eingesetzte Werkzeuge wie Waybar, Walker, Mako, SwayOSD, hyprlock oder polkit-gnome. Gleichzeitig dient Quickshell als Grundlage eines neuen Plug-in-Systems. Drittanbieter können darüber Widgets und andere Bestandteile der Oberfläche bereitstellen. Nach Angaben von Hansson entstanden bereits in der ersten Woche nach Veröffentlichung von Quattro mehr als 1000 Plug-ins.
Auch unterhalb der Oberfläche gibt es größere Umbauten. Die Hyprland-Konfiguration nutzt nun Lua. Omarchy selbst wird nicht mehr als Git-Checkout im Benutzerverzeichnis verwaltet, sondern über reguläre Arch-Pakete installiert und aktualisiert.
Neu sind außerdem Dual-Boot-Unterstützung, ein um mehr als ein GByte auf unter 6 GByte geschrumpftes ISO-Image, eine laut Projekt rund 30 Prozent schnellere Installation sowie OEM- und Factory-Reset-Funktionen. Für das neue Netzwerk-Panel setzt Omarchy auf NetworkManager.
Omarchy integriert außerdem eine Reihe von Coding-Agenten wie Claude Code, Codex, OpenCode, Gemini, Grok oder GitHub Copilot. Der ausgewählte Agent lässt sich direkt per Tastenkürzel beziehungsweise Terminal-Alias starten. Die Kommandozeilenwerkzeuge werden über mise als Lazy-Loading-Stubs bereitgestellt und können sich beim ersten Aufruf installieren.
Gerade diese Automatisierung führte jedoch zu einer der auffälligsten Änderungen in 4.0.1. Claude Code startete zuvor mit bypassPermissions, Codex mit --dangerously-bypass-approvals-and-sandbox. Damit waren vorgesehene Schutzmechanismen weitgehend ausgeschaltet.
Version 4.0.1 wechselt Claude auf einen automatischen Prüfmodus und Codex auf --approve-for-me. In beiden Fällen prüft nun ein Klassifikator jede Aktion vor der Ausführung: Als unbedenklich eingestufte Schritte laufen ohne Rückfrage durch, bei riskanten meldet sich der Agent weiterhin beim Benutzer. Bei Codex ist außerdem die Workspace-Sandbox wieder aktiv.