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Dwarf Fortress: „Am Ende sind alle Gewinner“ – 20 Jahre zwischen Kühen, Katastrophen und genialem Wahnsinn
Tarn Adams blickt auf 20 Jahre in der Zwergenfestung zurück, auf eine prägende Community, absurde Fan-Wünsche und Systeme, die selbst ihm zu kompliziert erscheinen.
Im Dezember 2000 stellten Tarn Adams und sein Bruder ihre „Bay 12 Games“-Website online. Damals arbeiteten sie noch an einem 3D-Rollenspiel, das über vier Jahre hinweg „von vielleicht zehn Leuten gespielt wurde“, erinnert sich Tarn Adams. Doch mit der Veröffentlichung ihres Lebenswerks Dwarf Fortress änderte sich alles rasant. „Als Dwarf Fortress veröffentlicht wurde, hatten wir insgesamt 200 aktive Spieler überhaupt“, so der Entwickler. Wenig später explodierten die Zahlen förmlich: „Und dann hat Dwarf Fortress diese Zahl innerhalb weniger Monate in die Tausende getrieben. So wurde uns im Grunde sofort klar... wir haben in diesem Monat auch 800 Dollar verdient, was schön war, mit unserem kleinen PayPal-Button.“
Bay 12 Games wurde im Jahr 2000 von den Brüdern Tarn und Zach Adams gegründet. Tarn Adams übernimmt den Großteil der Programmierung von Dwarf Fortress, während beide Brüder am Spieldesign arbeiten. Seit 2019 kooperiert Bay 12 Games mit Kitfox Games, das unter anderem als Publisher der kommerziellen Steam- und itch.io-Version auftritt.
In den Anfangsjahren pflegte Adams einen extrem engen Draht zu den Spielern. „Wir haben damals jeden einzelnen Post von jeder einzelnen Person gelesen“, blickt er zurück. „Heute würde mir das sehr schwerfallen. Es wäre zu schwierig, all die Informationen aufzunehmen, die reinkommen.“ Damals jedoch sei es eine „sehr, sehr schöne und friedliche Zeit im Internet“ gewesen. Diese frühe, diskussionsfreudige Community habe maßgeblich geholfen, das Spiel zu formen. Sogar die erst 2022 eingeführte grafische Benutzeroberfläche ging auf frühe Fan-Wünsche zurück. „Selbst die Hardcore-ASCII-Leute meinten irgendwie: ‚Oh, Grafik ist immer noch der häufigste Wunsch‘“, erzählt Adams lachend.
Einige Fan-Wünsche seien dabei durchaus skurril und vehement vorgetragen worden – etwa von einem Nutzer, der extrem wütend darüber war, dass man keine Kühe melken konnte. Obwohl dieser später für sein Verhalten einen Forenbann kassierte, setzte sich seine Vision durch: „Jetzt nimmt man sich einen Eimer, geht zur Kuh, melkt die Kuh, holt die Milch, und gut für alle. Am Ende sind alle Gewinner.“
Heute ist der Einstieg in die komplexe Simulation dank Grafiken und einem kurzen Tutorial zwar spürbar leichter, doch das Spiel fordere laut Adams noch immer Hingabe: „Man kann da nicht viel mehr tun, als einfach die Zeit zu investieren und zu verstehen oder daran zu glauben, dass einem das Spiel das zurückgibt, was man hineinsteckt…“ Für Neulinge hat er einen simplen Rat, da das System selbst keine Ziele vorgibt: „Man sollte sich damit anfreunden, einfach zu versuchen, seine Zwerge am Leben zu halten. Ich glaube, das sollte das erste Ziel sein, das man sich selbst setzt.“
Der Schlüssel zum Erfolg liege in einer stabilen Grundversorgung. „Man muss etwas Alkohol für sie besorgen, und dazu gehört auch das Züchten von Pilzen“, empfiehlt der Entwickler. „Es macht Spaß, Pilze zu züchten.“ Wer dann noch eine kleine Schreinerwerkstatt baue, Bäume fälle und erste Schlafzimmer einrichte, könne den Zwergen einfach beim Arbeiten zusehen. Aus dieser Beobachtung erwachse ganz natürlich das Interesse für komplexere Mechaniken wie Fluttore oder Juweliere.
Auf die vergangenen 20 Jahre von Dwarf Fortress zurückblickend, hat Adams klare Favoriten unter seinen hunderten Ideen. „Ich mag Forgotten Beasts und ich mag es, Kreaturen zu generieren“, schwärmt er. „Ich liebe zufallsgenerierte Kreaturen. Das ist einfach so ein Steckenpferd von mir.“ Auch der gnadenlose, physikalisch korrekte Wasserdruck in den Höhlensystemen, der in U-förmigen Rohren naturgetreu wieder ansteigt, bereite ihm diebische Freude: „Das überrascht viele Leute und ertränkt viele Zwerge, und ich finde, das ist fantastisch und macht eine Menge Spaß.“
Doch nicht alles war ein Treffer. Auf die Frage nach seinen sch