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Throttle Trace: Es wird Zeit, diesen Simcade-Racer ernst zu nehmen!
Solo-Entwickler Alex Taber packt mehr Sim-Racing in sein Rennspiel, als das simple Carrera-Prinzip vermuten lässt.
„Um ehrlich zu sein: Die erste Demo war vermutlich ein Fehler“, sagt mir Alex Taber, als ich mich auf der gamescom über Throttle Trace unterhalte. Und ich glaube, da liegt er gar nicht so falsch. Als ich die erste Version des Testballons gespielt habe, war ich nämlich sehr skeptisch, was seinen Racer angeht. Es fehlten einfach zu viele Details, um zu erkennen, wie nahe das Rennspiel echten Rennsport simulieren will.
Taber hat vor einigen Jahren bereits Vroomies veröffentlich, und zwar auf iOS und Android. Auf modernen Android-Versionen kann man es zwar nicht mehr spielen, aber auch da hatte er bereits auf vereinfachte Art den Rennsport nachgeahmt. Throttle Trace ist nun allerdings das erste Spiel, das er - tatsächlich im Alleingang - für PC entwickelt.
Aber genau da will Taber tatsächlich hin. Lest euch mal durch, was er ein paar Zeilen weiter unten zu sagen hat – wo es darum geht, dass er selbst Sim-Racer ist, aber ein Spiel erschaffen wollte, dass selbst mit Gamepad einfach zu steuern ist, während es gleichzeitig alle zentralen Elemente einer Simulation enthält, also gefühlvolles Gas Geben und Bremsen sowie Reifenabnutzung, Spritverbrauch, Boxenstopps und sogar die Entwicklung des Grip-Niveaus im Verlauf eines Rennens.
Es wundert mich gar nicht, dass er neben unter anderem Art of Rally sowie Golden Lap auch Circuit Superstars als Inspirationsquelle angibt. Nur dass sein Spiel neben vergleichbaren Arcade-Racern eben auch an eine Carrera-Bahn erinnert, weil man ja wirklich nur beschleunigt und bremst, während das Lenken vollautomatisch abläuft. Fühlt sich viel besser an, als es klingt! Probiert die Demo auf Steam unbedingt mal aus.
Zumal man in deren inzwischen stark erweiterter Version nicht nur aus der Vogelperspektive fahren kann, sondern wahlweise auch näher an der Strecke dran ist. Ja, sogar einen Editor zum Erstellen eigener Kurse enthält die Demo schon. Und man kann bereits kurze Meisterschaften absolvieren. Tatsächlich ist das, was von Throttle Trace derzeit spielbar ist, schon umfangreicher als mancher Early-Access-Titel.
Zwei Sachen verstehen sich dabei von selbst: Das Spiel enthält keine einzige an echten Rennsport geknüpfte Lizenz. Gleichzeitig haben Fans aber natürlich längst sämtliche Strecken des aktuellen Formel-1-Kalenders nachgebaut und Taber kann es kaum erwarten, dass mit dem Start seines eigenen Early Access am 15. September die Anbindung an den Steam-Workshop erfolgt, sodass alle Spieler auf diese Kreationen zugreifen können.
Immerhin kann man auch eigene Meisterschaften erstellen, um damit reale Rennserien abzubilden. Später soll es außerdem möglich sein, eigene Fahrzeugmodelle einzubinden, sodass auch solche Rennserien überzeugend eingebunden werden können, die nicht mit Open-Wheel-Boliden über den Asphalt rasen.
Eurogamer: Was ist dein Hintergrund, was war die ursprünglicheIdee für das Spielund was genau ist dein Schwerpunkt?
Alex Taber: Mein Hintergrund liegt im Sim-Racing. Ich hatte das komplette Setup mit Lenkrad und Pedalen, habe es geliebt und viel darin investiert, weil ich dachte: ‚Das mache ich für den Rest meines Lebens.’ Dann bin ich in ein sehr kleines Apartment gezogen und musste das alles weggeben, weil einfach kein Platz mehr dafür war.