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Linux-Paketformat Flatpak erhält Großförderung für mehr Sicherheit und Features
Eine halbe Million Euro Förderung der Sovereign Tech Agency fließen in ein Projekt zum Linux-Paketformat Flatpak, unter anderem für verbesserte Sicherheit.
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Die Sovereign Tech Agency fördert die Weiterentwicklung des Linux-Paketformats Flatpak mit 508.640 Euro. Das Geld soll unter anderem helfen, Lücken im Sicherheits- und Berechtigungsmodell zu schließen und „langerwartete Infrastruktur“ zu schaffen. Modal Collective koordiniert das Vorhaben, Para-Real Ltd. unterstützt es organisatorisch. Die Arbeiten sollen nach derzeitiger Planung bis Ende 2027 laufen.
Flatpak ist ein Format, mit dem sich Desktop-Anwendungen für Linux paketieren und verteilen lassen. Programme laufen dabei weitgehend vom restlichen System abgeschottet in einer Sandbox. Flatpak ist unter anderem für Distributionen wie Fedora Silverblue und SteamOS die primäre Methode zur Softwareinstallation. Debian und Mint verwenden es auch. Modal Collective organisiert Projekte rund um freie Betriebssysteme und hat nach eigenen Angaben bereits Fördervorhaben des Sovereign Tech Fund für GNOME und systemd begleitet.
Im Zentrum des neuen Projekts stehen zusätzliche Portale. Diese Dienste vermitteln zwischen einer abgeschotteten Flatpak-Anwendung und Ressourcen des Host-Systems. Statt direkt auf Geräte oder Schnittstellen zuzugreifen, fordert eine Anwendung über ein Portal eine klar definierte Berechtigung an. Das Portal kann den Zugriff beschränken oder eine Bestätigung des Nutzers einholen.
Ein wichtiges Ziel ist die Trennung von Audioausgabe und Mikrofonzugriff. Bislang lassen sich diese Rechte in Flatpak nicht sauber voneinander entkoppeln. Künftig soll etwa ein Videoplayer Ton über die Lautsprecher ausgeben können, ohne zugleich das Mikrofon verwenden zu dürfen. Dafür planen die Entwickler neue Socket-Berechtigungen für PipeWire, Zugriffsregeln in WirePlumber und ein Audio-Portal. PipeWire stellt auf vielen aktuellen Linux-Desktops die Infrastruktur für Audio- und Videoströme bereit. WirePlumber legt fest, welche Anwendungen auf Geräte und Datenströme zugreifen dürfen.
Auch Netzwerkrechte sollen sich genauer abstufen lassen. Vorgesehen sind getrennte statische Berechtigungen für den Zugriff auf den Host, das lokale Netz, das Internet und bestimmte Ports. Das soll die Angriffsfläche verringern. Ein weiteres Vorhaben ist ein VPN-Portal. VPN-Anwendungen von Drittanbietern sollen damit Verbindungen auf Systemebene verwalten können, ohne die Flatpak-Sandbox zu verlassen oder weitreichende Rechte auf dem Host zu benötigen. Das geplante Modell orientiert sich laut Modal an Schnittstellen von Android und iOS.
Weitere Portale betreffen die Rechtschreibprüfung und das automatische Ausfüllen von Passwörtern. Ein Portal für Schreibhilfen soll abgeschotteten Anwendungen den Zugriff auf gemeinsame Wörterbücher ermöglichen. Denkbar sind auch Grammatik- und Stilhinweise durch spezialisierte Werkzeuge. Für Passwort-Autofill sieht die Roadmap zunächst Forschungs- und Architekturarbeit vor. Sie soll bisherige Native-Messaging-Mechanismen ablösen, über die etwa Browser-Erweiterungen mit lokal installierten Passwortmanagern kommunizieren. Modal stuft diese Ansätze als unsicher ein. Ein Portal könnte den Austausch standardisieren und auf die erforderlichen Rechte begrenzen.
Die Förderung finanziert außerdem Grundlagenarbeit. Ein System für sogenannte Entitlements soll ermöglichen, dass Anwendungen benötigte statische Berechtigungen für bestimmte Portale ausdrücklich deklarieren. Prüfer bei Distributionsplattformen könnten dann leichter nachvollziehen, warum eine Anwendung bestimmte Fähigkeiten benötigt.
Geplant ist zudem ein abstraktes Intent-System. Anwendungen sollen damit registrieren können, welche Dienste sie anbieten oder welche Inhaltstypen sie verarbeiten. Die Projektpartner wollen zudem bestehende Portale warten und modernisieren,