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Interaktive Karte zeigt viele geplante Rechenzentren in Deutschland
Ein Aktionsbündnis dokumentiert Planungen für große Rechenzentren. Recherchen zeigen wachsende Probleme von Gemeinden und einen Mangel an Informationen.
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Der KI-Boom hat Deutschland längst erfasst, zumindest in Form eines Wettlaufs um Rechenzentren. Das Aktionsbündnis „Heiße Luft“ sammelt Daten zu geplanten und in Bau befindlichen Rechenzentren und deren wichtigste Kennzahlen, insbesondere Besitzer oder Betreiber sowie den Anschlusswert. Alle Informationen fließen in einer interaktiven Karte zusammen. Der Überblick entlarvt problematische Entwicklungen.
Zwar gibt es gute Argumente für einen deutlichen Ausbau der Kapazität von KI-Rechenzentren in Europa, um die digitale Souveränität zu stärken. Doch nach Auswertungen von NDR, SZ, Heiße Luft, Algorithmwatch, FragDenStaat und Leitmotiv bauen nicht nur EU-Firmen fleißig in Deutschland aus. US-Konzerne wie Amazon (AWS), Microsoft (Azure) und Google (Google Cloud) errichten rund ein Drittel der neuen Rechenzentren. Und die schiere Masse der anderen Ankündigungen lässt Wildwuchs und Folgeschäden befürchten.
Die deutsche Bundesregierung hat das erklärte Ziel, die Kapazität der hiesigen Rechenzentren bis 2030 im Vergleich zu 2025 zu vervierfachen. Doch Kritiker vermissen eine angemessene Steuerung und Überwachung dieser Strategie.
Hinweis: Die Karte von „Heiße Luft“ zeigt bisher nur geplante und im Bau befindliche Rechenzentren ab einer gewissen Größe, zu denen es öffentliche Informationen gibt. Der Bestand ist nicht erfasst und der Begriff „Rechenzentrum“ auch nicht genau definiert. Der Branchenverband Bitkom schätzt die Anzahl der deutschen Rechenzentren auf rund 50.000. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es schätzungsweise 330.000 bis 460.000 Firmen und Betriebe mit mehr als 10 Mitarbeitern, rund 70.000 davon haben mehr als 50. Rund 27 Prozent aller bestehenden Rechenzentren haben weniger als 100 Kilowatt (0,1 Megawatt, MW) Anschlussleistung. Deutliches Wachstum gibt es vor allem bei großen Rechenzentren mit jeweils mehr als 5 MW. Ende 2025 wurde die gesamte Anschlussleistung aller deutschen Rechenzentren auf etwa 3 Gigawatt (GW) geschätzt, wovon rund ein Drittel in und um Frankfurt am Main konzentriert sind.
Es ist wahrscheinlich, dass ein erheblicher Teil der derzeit geplanten Rechenzentren nie voll ausgebaut wird. Es gibt vielmehr Anzeichen für ein Wettrennen darum, die wirtschaftlich besten Standorte der Konkurrenz wegzuschnappen.
Dabei spielen die grundsätzlich unterschiedlichen Ansätze der verschiedenen Anbieter eine Rolle. Viele der geplanten Rechenzentren zielen auf sogenannte Colocation: Darin soll Hardware verschiedener Kunden laufen. Colocation-Anbieter suchen also erst einmal künftige Mieter für ihre jeweils geplanten Flächen. Erst ab einer gewissen Menge an zugesicherten Buchungen bauen oder erweitern sie tatsächlich. Derzeit hoffen viele Colocation-Anbieter, dass Kunden hohe Leistung pro Quadratmeter Rack-Stellfläche für KI-Maschinen buchen. Bisher ist dieser Bedarf in Deutschland aber noch gering, wie Telekom-Chef Tim Höttges bei der Eröffnung eines KI-Rechenzentrums in München betonte.
Cloud-Anbieter und sogenannte Hyperscaler wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud investieren hingegen selbst in IT-Hardware. Anschließend vermieten sie Instanzen und Dienste, die darauf laufen. Auch sie bestücken ihre jeweiligen Rechenzentren allerdings nach Bedarf, nutzen also nicht sofort nach deren Fertigstellung die maximale Kapazität von Stromversorgung und Kühlung.
Der aktuelle Wettbewerb um Rechenzentrumsflächen hängt wohl auch mit der Konkurrenz um Stromnetzzugänge zusammen. Großverbraucher entstehen möglichst dicht an vorhandenen Umspannwerken oder Hochspannungsleitungen, am besten in Gegenden mit einem Überfluss an regenerativem Strom. Denn der wird tendenziell im Laufe der kommenden Jahre billiger. Einige Projekte für R