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Trinkgeld per Karte: Verbraucherschützer warnen vor manipulativen Vorschlägen
von Carsten Knobloch
28. Aug. 2026 |
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Wer heute im Restaurant, Café oder an der Ladentheke mit Karte zahlt, kennt das Spiel: Auf dem Kartenlesegerät poppen Trinkgeldempfehlungen auf, oft in Stufen wie 10, 15 oder 20 Prozent. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) (und sicher nicht nur der) sieht darin ein wachsendes Problem und meldet sich nun mit einer klaren Ansage zu Wort.
Grundlage ist eine repräsentative forsa-Befragung. Demnach fühlt sich mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) zum Trinkgeldgeben gedrängt, wenn die Prozent-Vorschläge größer oder farblich auffälliger dargestellt sind als die Option „kein Trinkgeld“. Und 70 Prozent finden, dass die Möglichkeit, kein oder weniger Trinkgeld zu geben, genauso sichtbar und leicht auswählbar sein sollte wie die vorgeschlagenen Beträge.
Ramona Pop, Vorständin des vzbv, bringt es in ihrem Statement auf den Punkt: „Viele Menschen geben gerne und freiwillig Trinkgeld, um guten Service wertzuschätzen. Problematisch wird es, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher zum Trinkgeld geben gedrängt oder sogar manipuliert werden.“
Sie zieht dabei die Parallele zu sogenannten Dark Patterns, also manipulativen Designtricks, wie man sie von Webseiten und Apps kennt. Genau die lägen auch bei der Kartenzahlung vor, wenn die Option, kein Trinkgeld zu geben, versteckt oder schlechter sichtbar sei.
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Die Forderung des Verbands: Es müsse auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen oder die Höhe selbst festlegen können. Auf europäischer Ebene setzt sich der vzbv nach eigenen Angaben für ein klares Verbot von Dark Patterns ein, und das solle eben auch für die Kartenzahlung gelten.
Der wichtigste Satz zum Mitnehmen steht am Ende des Statements und dürfte dem einen oder anderen die nächste Zahlung erleichtern: „Niemand ist verpflichtet, Trinkgeld zu geben.“ Ich selbst gebe bei Service eigentlich immer ein Trinkgeld, aber diese Fast-schon-Verpflichtung wie in den USA hat sich auch in Deutschland leider hart eingeschlichen. Da haste auf einmal beim Self-Service Trinkgeld-Bettelei. Oder eben das, was ich oben mal eingebunden habe – meinen Fund aus einem Online-Shop…
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