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LineShine im Detail: Chinas Nummer-1-System ist ein wahres Monster
Eine CPU mit 304 Kernen, skaliert über 10.000e Nodes – heraus kommt LineShine aus China, der schnellste Supercomputer der Welt. Im Rahmen der ISC 2026 gab der Erstplatzierte einige weitere Details zu dem System und seinem Aufbau, der massiv auf Chiplets, HBM und viele Raffinessen setzt.
Die Präsentation glänzte dabei auch mit mehr als subtilen Understatements: „Man hatte einige Probleme zu überkommen, wie sie sich vorstellen können“, betonte Yutong Lu als Chief Designer des LineShine-Supercomputers und Director des National Supercomputer Center in Shenzhen. Schon im April offiziell enthüllt, lief das System aber dann doch eher unter dem Radar, um heute mit großem Knall seinen Auftritt zu haben. Fertig gebaut war es dabei schon im letzten Jahr, erklärte Lu auf der Bühne. In Betrieb ist es seit Beginn dieses Jahres.
13.789.440 Kerne sind im Supercomputer verbaut. Ein einzelner Prozessor, genannt LX2, basierend auf der Armv9-ISA inklusive SME und SVE, setzt dabei auf zwei Chiplets mit je 152 Kernen bei vergleichsweise geringem Takt von 1,55 GHz, flankiert von gleich vier I/O-Dies und acht HBM-Chips auf dem gleichen Package. Die acht HBM-Chips bieten insgesamt 32 GByte mit einer Bandbreite von 4 TByte pro Sekunde, es klingt nach einer Lösung auf Basis von HBM2e – einen Hersteller dafür nennt man natürlich nicht. Hier könnte eine Eigenentwicklung genutzt werden, da 4 GByte pro einzelnem HBM-Stapel doch vergleichsweise sehr gering sind.
Der HBM im Prozessor kann dabei im Flat oder Cache Mode eingesetzt werden – das Verhalten ist vom 2022 eingeführten Intel Xeon Max alias Sapphire Rapids mit HBM bekannt. Parallel dazu gibt es aber auch noch Off-Package-DRAM, von 128 GByte pro CPU-Chiplet in vier NUMA-Domains ist hier die Rede.
Ein Supercomputer lebt aber vor allem von der Skalierung. Ein angepasstes Interconnect, optische Verbindungen und mehr sind deshalb ebenso dabei wie darauf angepasste Software. Und all das ist am Ende auch komplett flüssiggekühlt – auch hier hat sich Chinas neue Nummer 1 viel von westlichen Lösungen abgeschaut. Dort geht in Zukunft in diesem Bereich auch absolut nichts mehr ohne Flüssigkeitskühlung.
Der Bilderpool liefert einige Impressionen aus dem vor Ort gezeigten Video und der Präsentation des Systems.
Inwiefern Huawei als bekanntester und größter Hersteller und Ausrüster solcher Systeme darin involviert ist, wollte man nicht offiziell bekannt geben. Auch auf Nachfrage am Stand auf der ISC 2026 gab es dazu keine echte Antwort. Blumig gab man jedoch unter der Hand zu verstehen, dass Huawei „irgendwo“ aber bestimmt involviert war.
Ein Supercomputer nur aus CPUs ist dabei natürlich nicht so effizient wie GPU-basierte Lösungen, aber auch nicht so schlecht, wie vielleicht erwartet oder gedacht. 42,22 Megawatt sind zweifelsohne eine hohe Zahl, aber zum Vergleich: Der auf Intel-Technik basierende Aurora braucht für 1 ExaFLOP mit CPUs und GPUs 38,7 Megawatt. LineShine kommt mit über 2 EF so auf 52,07 Gigaflops/Watt, das reicht damit sogar für Platz 50 in der Green500-Liste. Dabei hilft die deutlich effizientere Ausnutzung der Hardware, El Capitan ist auf dem Papier theoretisch zu mehr fähig, liegt am Ende in der Praxis aber zurück.