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Jugendschutz: Roblox verbietet „Doomscrolling“ für Belohnungen
Die Gaming-Plattform Roblox geht gegen Spielmechaniken vor, die Kinder und Jugendliche durch In-Game-Vorteile zum endlosen Konsum von Kurzvideo-Feeds verleiten.
Die Gaming-Plattform Roblox verschärft ihre Jugendschutzregeln erneut und nimmt ein umstrittenes manipulatives Designmuster von Spielen ins Visier. Künftig sind Erlebnisse für jüngere Zielgruppen verboten, wenn sie das fortlaufende Konsumieren von Medien-Feeds mit virtuellen Vorteilen belohnen. Die neue Richtlinie richtet sich gezielt gegen Praktiken, bei denen Spieler dazu verleitet werden, sich durch endlose Videostreams im Stile von TikTok zu scrollen. Diese Praktik soll bislang in dafür ausgelegten Spielen helfen, schneller voranzukommen.
Betroffen von den nun verkündeten Einschränkungen sind Konten der Kategorien Roblox Kids für Kinder von fünf bis acht Jahren sowie Roblox Select für Neun- bis Fünfzehnjährige. Sobald ein Spiel bestimmte Designelemente kombiniert, soll es für Nutzer dieser Altersklassen gesperrt werden. Die Plattform reagiert damit auf die Kritik an Suchtmechaniken und ungeeigneten Inhalten für minderjährige Spieler.
Die Regelung greift laut der Initiative, wenn drei Kriterien gleichzeitig erfüllt sind. Erstens muss das Spiel einen Medien-Feed aus Kurzvideos, Bildern oder Beiträgen zeigen. Zweite Voraussetzung ist, dass dieser Feed Mechaniken wie Autoplay-Funktionen, kontinuierliche Wiedergabeschleifen, Autoscroll oder endloses Scrollen enthält, die das Betrachten automatisieren. Drittens muss das Erlebnis Belohnungssysteme enthalten, die ein fortlaufendes Anschauen erfordern oder dies zumindest nahelegen.
Ein prominentes Beispiel für diese Praxis lieferte der virale Roblox-Hit „Steal an Egg“. Das populäre Spiel mit in Spitzenzeiten rund einer halben Million gleichzeitigen Nutzern setzte genau auf dieses Prinzip. Um die Laufgeschwindigkeit der eigenen Figur zu erhöhen, konnten Spieler diese auf ein virtuelles Laufband stellen. Dort wurden ununterbrochen Videoclips abgespielt, was häufig den Konsum von KI-generierten Inhalten oder minderwertigen viralen Clips künstlich in die Höhe trieb. Obwohl Roblox den Titel nicht namentlich nennt, gilt er als Hauptauslöser. Das Game war kurzfristig nicht verfügbar. Erst nach dem Streichen dieser Funktion ist es inzwischen wieder freigeschaltet.
In ihren Erläuterungen definiert die Plattform Autoplay, Endlosschleifen und Autoscroll näher. Der Betreiber hebt hervor, dass das Belohnen von Nutzern für den Konsum eines Feeds ohne natürliche Stopppunkte für jüngere Spieler ungeeignet sei. Ausdrücklich nicht darunter fallen sollen reguläre Belohnungsanzeigen (Rewarded Video Ads). Bei diesen Clips müssen User das Ansehen aktiv starten, es gibt Limits pro Tag und die Videos laufen weder in Endlosschleifen noch in automatischen Feeds.
Entwickler, deren Spiele betroffen sind, müssen vorübergehend ohne die entsprechenden Altersgruppen auskommen. Die Plattform prüft bestehende Titel aktiv auf Einhaltung der Vorgaben. Erst wenn die problematischen Mechaniken nicht mehr enthalten sind, können die Games nach einer nochmaligen Kontrolle wieder an den Start gehen.
Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund internationaler Debatten über den Jugendschutz auf digitalen Plattformen. Behörden weltweit inklusive der EU-Kommission werfen Anbietern wie Roblox vor, junge Nutzer nicht ausreichend vor Ausbeutung oder Sucht fördernden Mechaniken zu schützen. Wie groß der Druck auf Tech-Konzerne derzeit ist, zeigt das Beispiel Meta: Gerade legte die Instagram-Mutter einen einschlägigen Rechtsstreit mit US-Bundesstaaten gegen eine Milliardenzahlung bei.
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