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Gaming-Branche kämpft trotz Rekordzahlen um Anschluss an Weltspitze
Die Games-Branche boomt, doch deutsche Studios kämpfen trotz Rekordzahlen um den Anschluss an die Weltspitze. Wo sind die Hürden für heimische Entwickler? Eine Bilanz der Spielemesse Gamescom.
Bereits wenige Minuten nach der Eröffnung drängten sich Hunderte Gaming-Fans in den Kölner Messehallen, um an den Ständen der heiß erwarteten Neuerscheinungen anzustehen. Auf der Messe Gamescom haben in diesem Jahr über 1.700 Aussteller für einen historischen Rekord gesorgt. 70 Prozent von ihnen reisten aus dem Ausland an. Die Computer- und Videospielbranche ist längst ein globales Milliardengeschäft mit gigantischem Wachstumspotenzial.
Als Schnittstelle für technische Innovationen treibt sie Entwicklungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität und Grafikleistung voran, die weit über die Unterhaltungsbranche hinausreichen. Doch der Markt wird weiterhin von der internationalen Konkurrenz dominiert. Während Schwergewichte wie die USA mit riesigen Tech-Konzernen den Takt vorgeben, kommen die meisten globalen Hits nach wie vor aus Nordamerika oder aus Asien, wie zum Beispiel Japan.
Dass sich die Situation aber auch für die deutsche Games-Branche in den vergangenen Jahren schrittweise verbessert hat, liegt auch an den Fördermitteln des Bundes. Diese sollen nun weiter aufgestockt werden, auf jeweils 120 anstatt zuvor 80 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre.
Dennoch bleibt der Zugang zu diesen Töpfen nicht ohne Hürden, wie man beim Entwicklerstudio HeadUp aus Düren bei Aachen weiß. Geschäftsführer Dieter Schoeller verweist auf das zentrale Problem des Eigenkapitals: "Man muss eben einen gewissen Obolus mitbringen, um die Förderung abzurufen. Wenn man das kann, dann sind die Fördertöpfe toll."
Und sie seien auch gefüllt und würden seiner Meinung nach auch gut verwendet. "Es gibt tolle Produkte aus den Förderungen. Aber die jungen Studios leiden daran, dass sie keine klassischen Kredite bei den Banken kriegen." Denn Investitionen in die Gamesbranche gelten hier und da immer noch als Risiko.
Gaming sei Teil des kulturellen Lebens, aber es könne Suchtgefahr bergen oder falsche Werte vermitteln.
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Trotz dieser Hürden hat sich die Branche auf der Gamescom zuversichtlich gezeigt. Die Anzahl der aktiven Games-Unternehmen in Deutschland ist laut Game Verband zuletzt um vier Prozent auf ein Rekordhoch von 956 Betrieben geklettert. Die Branche sorgt für Arbeitsplätze - aktuell geht es um 12.235 Beschäftigte im Kernarbeitsmarkt (ein leichtes Minus) sowie über 30.000 Jobs im gesamten, erweiterten Umfeld.
Die Bedeutung der Branche unterstrich auch Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD), der die Gamescom zusammen mit Bundesforschungsministerin Bär (CSU) eröffnet hatte: "Wir profitieren davon in Deutschland, es entstehen die Arbeitsplätze der Zukunft hier, bei Digitalisierung, bei Entwicklung, auch bei KI, das ist schon mein Anspruch, dass wir da in Europa vorankommen."
Um international jedoch langfristig auf Augenhöhe mit Märkten wie den USA zu agieren, fordert der Branchenverband Game weitere Schritte. Geschäftsführer Felix Falk betont: "Wir wollen als Produktionsstandort noch stärker mitspielen, dafür hat die Bundesregierung schon einiges getan mit der Gamesförderung. Aber jetzt brauchen wir auch ein vergleichbares internationales Niveau und dafür braucht es die steuerliche Förderung." Solche steuerlichen Anreize gehören in vielen ausländischen Konkurrenzstaaten bereits zum Standard.