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ReactOS 0.4.16: Kleine Fortschritte nach anderthalb Jahren
Das quelloffene ReactOS hat nach anderthalb Jahren einen neuen Zwischenstand vorgelegt. Es kann einige Modernisierungen vorweisen.
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Eine quelloffene Alternative zu Windows XP oder Server 2003, die direkt Windows-Software laufen lassen kann – nicht weniger hat sich das ReactOS-Projekt zum Ziel gesetzt. Anfang dieses Jahres ist ReactOS 30 Jahre alt geworden. Rund ein halbes Jahr später, eineinhalb Jahre nach dem letzten Release, legen die Entwickler nun den neuen Zwischenstand ReactOS 0.4.16 vor.
In der Versionsankündigung zu ReactOS 0.4.16 fassen die ReactOS-Entwickler die wichtigsten Neuerungen zusammen. Die bislang verfügbaren zwei ISO-Images sind Geschichte, die Live-CD und die Installation haben die Programmierer auf einem ISO-Abbild vereinen können. Außerdem begrüßt Interessierte kein textbasierter Prompt mehr, sondern ein grafischer Installer. Durch grundlegende Arbeiten an der Mehr-Monitor-Unterstützung und einem Fallback auf einen VGA-Treiber für den Fall, dass Grafikkartentreiber nicht korrekt laden, bemerken die Entwickler eine deutlich verbesserte Grafikkartentreiber-Kompatibilität. Insbesondere Nvidia-Grafikkarten hatten mit Geschwindigkeitsproblemen zu kämpfen. Ursache war ein Bug in der Speicherverwaltung, den die Programmierer ausbessern konnten. Bei AMD-Treibern blieb das OpenGL-Fenster leer; die Entwickler behoben das und besserten dabei gleich weitere Randfälle aus, die in win32k.sys ihren Ursprung hatten.
Zudem haben die Programmierer die Audio-Unterstützung aufgebohrt, HD-Audio unterstützt ReactOS nun besser. Die alte Implementierung des hdaudbus.sys-Treibers war unvollständig, die neue Fassung soll jetzt mit Treibern von AMD, IDT, Nvidia, Realtek und SigmaTel deutlich besser zurechtkommen – sofern sie mit Windows XP oder Server 2003 kompatibel sind. Der Treiber basiert auf dem Open-Source Kernel Mode Driver Framework (KMDF), das Microsoft vor einiger Zeit freigegeben hat. Das hilft auch bei der Programmierung und Anpassung weiterer Treiber. Im gleichen Atemzug haben die Entwickler die Lautstärke- und Balance-Regler in den Sound-Eigenschaften und im Audiomixer ausgebessert. ReactOS unterstützt jetzt mehr Soundkarten.
In ReactOS werkelte seit 2009 ein UniATA-Speichertreiber, der für die Unterstützung von SATA, AHCI und Partitionen größer als 8 GByte zuständig war. Inzwischen zeichnet der jedoch für langsame Startzeiten verantwortlich und scheitert im Zusammenspiel mit vielen Geräten, wie die Entwickler schreiben, und wirft dann Fehler wie „INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE (0x7B)“. Ein neuer ATA-Treiber fixt das, der erlaubt das Starten in weit mehr Umgebungen und etwa auch in Generation-1-Hyper-V. Seit einigen Jahren kommt zudem ein Open-Source-Treiber von Microsoft mit, FastFAT. Der hatte jedoch als Nebenwirkung, dass chkdsk nicht mehr funktionierte. Das ReactOS-chkdsk haben die Programmierer nun dahingehend ausgebessert. Das Disk-Bereinigungstool hat ebenfalls Verbesserungen und neue, kompatible Erweiterungen erfahren. Dies ermöglicht Drittanbietersoftware die Nutzung, um Laufwerke und Betriebssystem zu entrümpeln.
Die Netzwerkanbindung soll durch die Unterstützung asynchroner Verbindungen beschleunigt werden. Ein neues Installationsziel nennt sich „ReactOS Server Core“ und wirft die grafische Explorer-Oberfläche raus und startet das vollständige Win32-Subsystem, genau wie das originale Windows Server Core. Es entspricht damit dem mit Windows Server 2008 eingeführten Windows Server Core.
Natürlich haben die Entwickler den Code auch mit Drittanbieter-Projekten synchronisiert. ReactOS setzt auf WINE, um Windows-APIs abzubilden. Bislang war ReactOS auf WINE 2 und 3 beschränkt und sollte nur APIs bis Windows Server 2003 unterstützen, diese Einschränkung hat das Projekt zu den Akten gelegt. Das erlaubt, den WINE-Fork auf WINE 10.0 zu migrieren – der Prozess sei im volle