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Europäische Gaspreise steigen auf Drei-Jahres-Hoch
Die Gaspreise in Europa ziehen an, auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Allein seit August sind die Preise um mehr als 20 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind die Gasspeicher ungewöhnlich leer.
Die Furcht vor Lieferunterbrechungen wegen der neu aufgeflammten Kämpfe im Nahen Osten treibt die Gaspreise in Europa auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Der europäische Gas-Future zog heute in der Spitze gut zwei Prozent auf 71,50 Euro je Megawattstunde an. Seit Anfang August haben die Preise damit mehr als 20 Prozent zugelegt.
Hintergrund der Nervosität am Markt sind zudem die niedrigeren Füllstände der europäischen Gasspeicher. Diese sind nach Daten von Gas Infrastructure Europe derzeit zu rund 65 Prozent gefüllt. Das sei der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 und gut zwölf Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres.
FAQ
27.08.2026
Sind Deutschlands Gasspeicher voll genug, damit Wirtschaft und Bevölkerung gut durch den Winter kommen?
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In Deutschland sind die Füllstände sogar noch geringer: Hierzulande sind die Gasspeicher derzeit nur zu etwas mehr als 50 Prozent gefüllt. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 67 Prozent. Die in Deutschland staatlich vorgegebene Befüllung der Gasspeicher auf 80 Prozent bis Anfang November ist nach Einschätzung aus der Energiebranche kaum mehr zu schaffen.
Diese Vorgabe, dass die meisten Speicher zum 1. November zu mindestens 80 Prozent gefüllt sein müssen, ist ein Resultat der Gaskrise 2022. Nach Russlands Angriff auf die Ukraine und der daraus resultierenden Gasknappheit, kombiniert mit hohen Preisen, hatte die Bundesregierung verpflichtende Vorgaben für die Speicherbetreiber eingeführt. 2025 wurden die Vorgaben auf den aktuellen Stand abgesenkt abgesenkt.
Die deutschen Gasspeicher sind etwa zur Hälfte gefüllt. Das Wirtschaftsministerium appelliert an die Händler.
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Um nun aber am 1. November einen Füllstand von 80 Prozent zu erreichen, wären zwischen August und Oktober 25 Milliarden Kubikmeter Gaseinspeisung erforderlich und damit neun Milliarden Kubikmeter mehr als im Vorjahr. Eine solche Menge ist allerdings unrealistisch: Die EU geht davon aus, dass ihr aufgrund der aktuellen Lage kaum 14 Milliarden Kubikmeter zur Verfügung stehen werden. Analysten zufolge ist dies auf Lieferengpässe infolge des Krieges in Iran zurückzuführen.
Das könnte vor allem in den kommenden Monaten zu weiter steigenden Preisen führen: Laut Analysten von Morningstar könnte ein kalter Winter könnte die Preise auf 90 bis 120 Euro je Megawattstunde treiben. Das liegt auch daran, dass Europa dann aggressiver mit Asien um das begrenzte Angebot konkurrieren würde.