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Kartendienst MapQuest enorm beliebt durch Beibehaltung des Namens Ontariosee
MapQuest verweigert die Umbenennung von Ontariosee zu Amerikasee. Daraufhin stürmt der 30 Jahre alte Kartendienst die App-Ranglisten in den USA und Kanada.
Der Kartendienst MapQuest verzeichnet enormes Wachstum bei Download- und Zugriffszahlen der eigenen App für mobile Geräte. In den USA hat sich die MapQuest-App an die Spitze aller Navigationsprogramme gesetzt und gehört derzeit zu den fünf am meisten heruntergeladenen kostenfreien Apps sowohl in Apples App-Store als auch bei Google Play. In Kanada steht MapQuest sogar in beiden Ranglisten auf Platz 1.
Der Grund dürfte die Weigerung MapQuests sein, die Trump-Direktive zur Umbenennung des Ontariosees zu befolgen. Der US-Präsident hat US-Bundesbehörden angewiesen, den Ontariosee („Lake Ontario“) an der Grenze zwischen den USA und Kanada fortan Amerikasee („Lake America“) zu nennen. Google Maps ist der Vorgabe Donald Trumps bereits gefolgt, sodass es dort „Lake America“ statt „Lake Ontario“ heißt.
Das gilt aber nur für Zugriffe aus den USA, denn in Kanada soll demnach allein der international anerkannte stehen. Im Rest der Welt sollen beide zu sehen sein, „Lake America“ dabei in Klammern. Doch dem hat sich MapQuest Ende letzter Woche öffentlich verweigert. In einem Beitrag bei X erklärt der selbst ernannte „OG of online mapping“, dass sie den Namen des Ontariosees nicht ändern werden.
Das hat dem Kartendienst zu enormer Popularität verholfen, wie MapQuest selbst verkündet. Demnach haben Hunderttausende von Downloads die Nutzung der App auf das 50-Fache des üblichen Niveaus getrieben. Das bestätigen Zahlen der Marktanalysten von Sensor Tower. Diese haben letzte Woche 184.000 Downloads der MapQuest-App weltweit und 162.000 in den USA gezählt. Das entspricht laut TechCrunch einer Verzehnfachung in einer Woche. Allein vom 26. bis 30. August hätten sich die täglichen Downloads in den USA mehr als verdoppelt.
„Wir sind genauso vorgegangen wie beim Golf von Mexiko: Wir beteiligen uns am Dialog und stellen den Menschen eine App zur Verfügung, die die ihnen vertrauten Bezeichnungen beibehält“, erklärt MapQuest-Geschäftsführer Doug Berger. „Hunderttausende von Menschen haben uns an diesem Wochenende durch das Herunterladen unserer App signalisiert, dass wir alles richtig gemacht haben.“
Wie bei Trumps Umbenennung des „Golf von Mexiko“ in „Golf von Amerika“ bietet MapQuest zudem ein Online-Tool an, mit dem Nutzer dem Ontariosee einen eigenen Namen geben können. Dieser Name wird auf einer Karte des Sees gezeigt, die dann kopiert, geteilt oder heruntergeladen werden kann.
MapQuest gilt als ältester Online-Kartendienst, denn die Firma brachte ihre Landkarten bereits 1996 ins Internet. Von 2000 bis 2015 gehörte MapQuest zu AOL, wurde 2016 von Verizon übernommen, aber 2019 an System1 verkauft, eine US-Internetwerbefirma. Der Kartendienst ist vor allem in Nordamerika verbreitet. Seit 2012 zählt die MapQuest-App 24,4 Millionen Downloads, 97 Prozent davon in den USA.
Obwohl MapQuest angesichts neuer Kartendienste wie Google Maps oder Apple Maps vielfach in Vergessenheit geraten ist, verzeichnete die MapQuest-App dieses Jahr nach Schätzungen der Marktanalysten 687.000 Downloads – 29 Prozent mehr als im Vorjahr.
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