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ADAC-Ganzjahresreifentest: Ein Modell ist „gut“, fünf sind ein Sicherheitsrisiko
Der ADAC hat 16 Ganzjahresreifen für Kleinwagen getestet. Nur ein Modell erhält die Note „gut“, acht bekommen keine Kaufempfehlung, fünf sind mangelhaft.
Der ADAC hat 16 Ganzjahresreifen in der Kleinwagendimension 185/65 R15 getestet. Nur ein einziges Modell erhält die Gesamtnote „gut“, acht Reifen bekommen keine Kaufempfehlung. Eine ernüchternde Bilanz, denn Ganzjahresreifen haben im deutschen Reifenhandel 2024 erstmals die Spitzenposition bei den Verkaufszahlen im Ersatzgeschäft erreicht. Ihr Marktanteil im Pkw-Segment stieg laut Bundesverband Reifenhandel auf rund 36 Prozent.
Die Reifen wurden auf trockener, nasser und schneebedeckter Fahrbahn geprüft. Zu den Noten für Haftung, Brems- und Lenkverhalten flossen Umweltaspekte wie Laufleistung, Reifengeräusch und Kraftstoffverbrauch in die Bewertung ein. Der klare Testsieger ist der Continental „AllSeasonContact 2“ mit der Gesamtnote 2,3. Der ADAC bescheinigt ihm „durchweg solide Fahr- und Bremsleistungen auf allen Untergründen sowie eine zufriedenstellende Umweltbilanz“.
Knapp dahinter landen der Pirelli „Cinturato All Season SF 3“ und der Michelin „CrossClimate 2“ mit jeweils 2,6. Das entspricht zwar nur der Bewertung „befriedigend“, ist dem ADAC aber dennoch eine Empfehlung wert. Beide Modelle können laut ADAC nicht auf allen Untergründen gleichermaßen überzeugen, liefern aber in der Summe eine akzeptable Gesamtleistung.
Auffällig ist das Abschneiden des Dunlop „All Season 2“: Er erzielt auf winterlicher Fahrbahn die beste Bewertung im gesamten Testfeld, schneidet auf trockener Straße aber deutlich schlechter ab. Der ADAC nutzt dieses Beispiel, um das grundsätzliche Dilemma von Ganzjahresreifen zu illustrieren: Ihre Gummimischung muss einen breiten Temperaturbereich abdecken, was konstruktiv immer einen Kompromiss zwischen Sommer- und Wintereigenschaften bedeutet.
Besonders kritisch fällt das Urteil für fünf Modelle aus, die der ADAC mit „mangelhaft“ bewertet und als Sicherheitsrisiko einstuft: der Norauto „4 Seasons 2“ (Note 4,9), der Bridgestone „Weather Control A005 Evo“ und der Mastersteel „All Weather 2“ (jeweils 5,3), der Roadhog „RGAS02“ (5,4) sowie der Tomason „Allseason“ (5,5). Diese Reifen seien auf winterlicher Fahrbahn klar überfordert und zeigten zusätzlich deutliche Schwächen in mindestens einer weiteren Disziplin wie Nässe oder Trockenbremsen. Der ADAC merkt an, dass Roadhog RGAS02 und Mastersteel All Weather 2 nahezu baugleich sind und aus derselben Fabrik stammen. Die leichten Unterschiede in den Testnoten führt der Automobilclub auf unterschiedliche Zulieferer der beiden Marken zurück.
Der ADAC sieht in den Ergebnissen einen Trend, der Verbraucher benachteiligt: „Manche Hersteller von Ganzjahresreifen schreiben dem Markt für Kleinwagen offenbar nur eine untergeordnete Bedeutung zu“, heißt es in der Bewertung. Hersteller wie Bridgestone und Michelin hätten zwar neuere Ganzjahresreifen-Generationen im Programm, böten diese aber nicht in der getesteten Kleinwagen-Dimension an. Gerade im Segment 185/65 R15 fehle es damit an aktueller Reifentechnologie, obwohl der Marktanteil von Ganzjahresreifen dort besonders hoch sei.
Insgesamt wurden im deutschen Reifenersatzgeschäft 2024 laut Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk knapp 47,5 Millionen Reifen für Pkw, Transporter und Lkw verkauft, ein Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der saisonale Räderwechsel zwischen Sommer- und Winterreifen wird dabei immer unbeliebter.
Der ADAC empfiehlt Ganzjahresreifen besonders für Gelegenheitsfahrer und Wenigfahrer. Wer häufig mit extremen Bedingungen konfrontiert ist, also hohe Temperaturen im Sommer oder starker Schneefall im Winter oder generell viel fährt, sollte laut ADAC besser auf getrennte Sommer- und Winterreifen setzen. In Deutschland gilt die situative Winterreifenpflicht. Ganzjahresreifen müssen das „3PMSF“-Symbol (Schneeflockensymbol) tragen, um bei Glatteis, Schneeglätte oder Reifglätte als wintertauglich zu gelten. Viele der getesteten M