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programmier.bar: Prof. Olaf Herden über die Zukunft von Informatikstudium und KI
Prüfungen, Domänenwissen, Algorithmen: Prof. Olaf Herden spricht über die Frage, wie das Informatikstudium auf eine Zukunft mit KI vorbereiten kann.
Wie muss sich ein Informatikstudium verändern, damit es Entwicklerinnen und Entwickler auf eine Zukunft mit KI vorbereitet? Darüber sprechen Jan Gregor Emge-Triebel und Dave Koschitzki mit Prof. Dr.-Ing. Olaf Herden, Studiengangsleiter für Angewandte Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart, Campus Horb.
Für Herden ist klar: Die Informatik schafft sich durch KI nicht selbst ab, das Studium muss sich aber anpassen. Klassische Prüfungsmethoden passen nicht mehr zur Geschwindigkeit, mit der sich KI-Tools entwickeln, sodass es kleinere, häufigere Zwischenschritte benötigt. Neben der Lösung tritt der Weg dahin stärker in den Vordergrund. Eine Konstante bleibt trotzdem: Den Überblick über ein System zu behalten und einzuschätzen, wo KI-Einsatz sinnvoll ist, bleibt Aufgabe von Menschen – und genau das muss das Studium vermitteln.
Ein zweiter Punkt ist das Verhältnis von Domänenwissen und technischer Tiefe. Früher belächelte „Bindestrich-Informatiker:innen“ mit Schwerpunkt Wirtschaft oder Medizin gewinnen an Bedeutung, ohne dass technisches Verständnis für Algorithmen und Daten überflüssig wird. Zu erkennen, dass Daten in einem Datensatz sehr ungleich verteilt sind, funktioniert unabhängig von der Domäne.
Auch der Blick auf den Arbeitsmarkt lohnt sich: Wer jetzt ein Studium beginnt, steht der Wirtschaft erst Mitte der 2030er-Jahre zur Verfügung. Studieninhalte von heute müssen also auf eine KI-Landschaft vorbereiten, die es noch gar nicht gibt.
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