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Für 285 Millionen US-Dollar: Starman Optical übernimmt Mehrheit an GoPro
Kurz nachdem ein YouTuber zum größten Aktionär von GoPro geworden ist, verkauft der Kamerahersteller eine Mehrheit seiner Aktien und kann alle Schulden tilgen.
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Ein wenig bekannter US-Hersteller von Komponenten für KI-Rechenzentren übernimmt den kriselnden Kamerahersteller GoPro für einen Preis pro Aktie, der unter dem liegt, den die Anteile nach einer mehrtägigen Rallye erreicht haben. Das hat GoPro am gestrigen Dienstag mitgeteilt, kurz zuvor war bekannt geworden, dass ein YouTuber zum größten Aktionär von GoPro geworden war. Starman Optical zahlt für 90 Prozent der Aktien von GoPro jetzt 285 Millionen US-Dollar, oder 1,14 US-Dollar pro Anteil. Die bisherigen Anteilseigner behalten darüber hinaus insgesamt 10 Prozent der Aktien, der YouTuber Mark Fischbach („Markiplier“) bleibt also mit weniger als einem Prozent zweitgrößter Anteilseigner.
Starman Optical verdient sein Geld bislang mit optischen Transceivern für Rechenzentren. Diese sollen zum Portfolio von GoPro hinzugefügt werden, teilten beide Unternehmen mit. GoPro selbst soll als Unternehmen bestehen bleiben, die entstehende Firma soll ihre Technik künftig verstärkt dem Militär, Robotik- und Luftfahrtunternehmen anbieten. Dank des vereinbarten Deals soll GoPro alle ausstehenden Schulden in Höhe von 92 Millionen US-Dollar bezahlen können, „was zu einer soliden, weitgehend schuldenfreien Bilanz führt“. Bereits verkaufte GoPro-Produkte sollen weiter unterstützt werden, neue Geräte sollen hinzukommen. Zusammen werde man „eine wichtige Rolle in Amerikas Zukunft spielen“, versichert GoPro-Gründer Nicholas Woodman.
GoPro hatte Anfang Juni gegenüber der SEC erhebliche Zweifel am eigenen Fortbestand eingestanden und angekündigt, dass möglicherweise bestimmte Kreditauflagen nicht eingehalten werden könnten. Seit dem Börsengang vor 12 Jahren haben die Aktien 96 Prozent ihres Werts verloren. Hinter den Kulissen hat „Markiplier“ später begonnen, gezielt Anteile an dem Unternehmen zu kaufen, vorige Woche wurde der SEC dann mitgeteilt, dass er zum größten Aktionär geworden war. Nach dem Wochenende schoss der Kurs dann nach oben und sprang am Dienstag sogar über den vereinbarten Kaufpreis. Das deutet darauf hin, dass Investorinnen und Investoren auf ein höheres Übernahmeangebot spekulieren, erklärt Reuters.
Mitverantwortlich für die Krise bei GoPro ist die angespannte Situation auf dem Speichermarkt. Zum einen drücken die enorm gestiegenen Preise auf die Marge, hat das Unternehmen im Juni erklärt. Zum anderen ist aber auch die geringe Verfügbarkeit der Komponenten ein immer größeres Problem. Speicherlieferanten hatten im April Produktionskürzungen für den in GoPro-Produkten verwendeten Speicher angekündigt, weshalb der Kamerahersteller die Absatzprognosen für bestimmte Produkte senkte. Die Probleme haben aber lange vor der aktuellen Speicherkrise begonnen, das Unternehmen kämpft seit Jahren mit sinkender Nachfrage. GoPro hat deshalb bereits erklärt, einen möglichen Verkauf oder eine Fusion prüfen zu wollen.
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