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Azure und AWS direkt vernetzt
Microsoft und AWS ermöglichen eine direkte Netzwerkanbindung zwischen ihren Cloud-Umgebungen. Die Vorschau ist auf 1 Gbit/s begrenzt.
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Microsoft und AWS haben eine gemeinsame Netzwerkanbindung zwischen Azure und AWS in die öffentliche Vorschau geschickt. Mit Azure Multicloud Interconnect und AWS Interconnect – multicloud sollen Kunden private Verbindungen zwischen ihren Cloud-Umgebungen einrichten, ohne die dafür nötigen Netzelemente selbst zusammenzustellen. Die Vorschau ist allerdings zunächst auf 1 Gbit/s begrenzt und kommt ohne SLA.
Für Admins bedeutete eine Azure-AWS-Anbindung bislang meist: passende Verbindungen einrichten, Routing und BGP-Sessions abstimmen, VLANs konfigurieren sowie Provisionierung und Betrieb über beide Anbieter hinweg koordinieren. Dazu kommen überlappende IP-Adressbereiche, die eine direkte Kopplung verhindern können. Gerade bei getrennten Teams und Verträgen kann diese Arbeit Wochen oder Monate dauern.
Die neue Anbindung nutzt eine offene API-Spezifikation für die Interoperabilität von Netzen, die AWS Ende 2025 vorgestellt und im April 2026 in die allgemeine Verfügbarkeit (GA) überführt hatte. Microsoft hat diese Spezifikation nun für Azure übernommen. Beide Anbieter wollen damit die jeweils eigene Infrastruktur so koppeln, dass Kunden die Verbindung über ihre gewohnten Cloud-Werkzeuge anlegen und verwalten können. Microsoft beschreibt das Konzept in seiner Ankündigung zu Azure Multicloud Interconnect für AWS.
Auf AWS-Seite lässt sich die Verbindung über die Konsole, die CLI oder die API erstellen. Als Anbindungspunkt dient dabei ein Direct Connect Gateway. In Azure setzt der Dienst ein ExpressRoute Virtual Network Gateway voraus. Beide Seiten müssen zudem getrennte, nicht überlappende IP-Adressräume verwenden. Das ist eine notwendige Voraussetzung, damit Routing-Regeln eindeutig bleiben und Pakete nicht im falschen virtuellen Netz landen. Die AWS-Dokumentation beschreibt Einrichtung und Voraussetzungen.
AWS und Microsoft übernehmen die zugrunde liegende Provisionierung der Verbindung. Kunden sollen daher weder Cross-Connects bestellen noch Router und BGP-Peering zwischen den Clouds selbst betreiben müssen. Das ersetzt jedoch nicht die Netzplanung innerhalb der eigenen Umgebungen: Routen, Sicherheitsregeln und die Einbindung von VPCs beziehungsweise Azure Virtual Networks bleiben Aufgaben des Kunden.
Azure Multicloud Interconnect befindet sich ausdrücklich noch in der Vorschau. Microsoft unterstützt in dieser Phase ausschließlich AWS als Gegenstelle. Verfügbar ist der Dienst in Azure bislang in Australia East, East US, Germany West Central und West US. AWS nennt korrespondierend N. Virginia, N. California, Sydney und Frankfurt als unterstützte Regionen. Für deutsche Kunden ist damit eine Anbindung über Azure Germany West Central und AWS Europe (Frankfurt) vorgesehen. Microsoft listet die Einschränkungen der Preview auf.
Die Bandbreite ist während der Vorschau auf 1 Gbit/s begrenzt. Microsoft gibt für den Dienst in diesem Stadium kein SLA und berechnet weder eine Azure-Servicegebühr noch Azure-Egress-Kosten. AWS spricht ebenfalls von einer kostenlosen Preview-Verbindung; pro Kunde und unterstützter Region ist aber nur ein Interconnect vorgesehen. Vor dem Start der allgemeinen Verfügbarkeit will AWS die 1-Gbit/s-Preview-Verbindungen wieder entfernen. Bei GA sollen laut Microsoft Bandbreiten bis zu 100 Gbit/s verfügbar sein.
AWS hat seine Interconnect-Plattform zuvor bereits mit Google Cloud und Oracle Cloud Infrastructure verbunden.