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Banana Pi BPI-AI2N bringt 15 Tops auf den Maker-Tisch
Der Banana Pi BPI-AI2N zielt auf KI-Anwendungen und trifft auf 8 GByte RAM. Mit Kameraanschlüssen eignet er sich für Bilderkennung.
Banana Pi stellt das BPI-AI2N für lokale KI-Anwendungen vor. Im Mittelpunkt steht der RZ/V2N von Renesas, ein auf Bildverarbeitung und Edge-AI ausgelegter Prozessor, dessen KI-Einheit unter den richtigen Bedingungen bis zu 15 Billionen Operationen pro Sekunde schafft (15 Tops). Banana Pi bietet die Hardware als System-on-Module sowie zusammen mit einem passenden Carrier-Board an. Für Maker dürfte die Kombination vor allem dann interessant sein, wenn Kameradaten direkt auf dem Gerät ausgewertet werden sollen, ohne jedes Bild erst in eine Cloud zu schicken.
Der RZ/V2N wird gepaart mit 8 GByte LPDDR4X-RAM. Als interner Speicher stehen 32 GByte eMMC sowie zusätzlicher Flash-Speicher zur Verfügung. Der Renesas-Chip kombiniert seine KI-Einheit mit vier ARM-Cortex-A55-Kernen (1,8 GHz) und einem Cortex-M33 (200 MHz) als zusätzlicher Mikrocontroller. Damit ist das BPI-AI2N nicht nur als Beschleuniger gedacht, sondern kann komplette Linux-Anwendungen selbst ausführen. Zum Vergleich: Der Raspberry Pi 3 hat vier noch etwas ältere Cortex-A53-Kerne, die standardmäßig aber nur mit einem Gigahertz laufen.
Interessanter wird es mit dem Carrier-Board. Dort gibt es gleich zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse, zwei USB-3.2-Gen-1-Ports (5 Gbit/s, früher USB 3.0 genannt), einen MicroSD-Kartenslot und einen M.2-Key-M-Steckplatz für SSDs im Format 2280. Für Kameraprojekte stehen zwei MIPI-CSI-Anschlüsse bereit, zusätzlich gibt es MIPI DSI für Displays. WLAN ist ebenfalls auf dem Board vorhanden. Einen klassischen 40-Pin-GPIO-Header hat Banana Pi auch verbaut.
Damit eignet sich die Plattform beispielsweise für selbstgebaute Überwachungssysteme mit lokaler Objekterkennung, Maschinenkameras, Robotik oder andere Computer-Vision-Projekte. Gerade die beiden CSI-Schnittstellen eröffnen Möglichkeiten für Anwendungen mit mehreren Kameras. Denkbar wären etwa eine Stereo-Kamera für einen Roboter oder ein System, das gleichzeitig unterschiedliche Blickwinkel auswertet. Über GPIO lassen sich zusätzlich Sensoren, Aktoren und eigene Erweiterungen anbinden.
Auf der Softwareseite setzt Banana Pi unter anderem auf Yocto und Armbian. Für beide Systeme stellt der Hersteller Quellcode beziehungsweise Images bereit. Schaltpläne und weitere Hardwareunterlagen für Core-Modul und Carrier-Board sind ebenfalls veröffentlicht. Wer eine eigene Platine um das Modul bauen möchte, bekommt zumindest die notwendigen Unterlagen dafür.
Das BPI-AI2N wird bereits über den offiziellen Banana-Pi-Shop angeboten. Dort kostet das BPI-AI2N-Modul 257 US-Dollar und der Carrier gut 25 US-Dollar. Banana Pi positioniert die Plattform damit nicht als klassischen Raspberry-Pi-Ersatz, sondern vor allem als Entwicklungsboard für Edge-AI und Bildverarbeitung. Für Maker, die mit Kameras, Robotik oder lokaler KI experimentieren wollen, könnte genau diese Spezialisierung interessanter sein als noch ein weiterer Allzweck-Einplatinencomputer.
Wer mehr über KI in Maker-Projekten wissen will, findet in unserem Artikel eine Anleitung, wie man mit dem Raspberry Pi KI-Songs erstellen kann.
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