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Australien: Hohe Steuern auf Zigaretten, boomender Schwarzmarkt
Rauchen ist teuer, vor allem in Australien. Eine Packung kann dort umgerechnet 40 Euro kosten. Der Schwarzmarkt mit illegal importierten Kippen boomt. Ist die Strategie, Tabak hoch zu besteuern, gescheitert?
Unterwegs in Melbourne fallen viele, kleine Tabakläden auf. Legale Zigaretten sind hier sehr teuer. Aber was für welche werden tatsächlich verkauft? Im ersten Laden fragt uns der Verkäufer, welche Marke es denn sein soll. Er greift in eine Schublade und legt eine Packung für nur 20 Dollar hin. Legale Zigaretten müssten mindestens doppelt so teuer sein.
Keine Steuerbanderole, fehlende Gesundheitshinweise, offensichtlich illegale Ware . Und das war kein Zufallstreffer, in weiteren Läden machen wir ähnliche Erfahrungen.
In Australien rauchen verhältnismäßig wenige Menschen - nur fünf bis zehn Prozent, je nach Studie. Die Regierung sieht dies als Beleg für die Wirkung der Tabaksteuer. Kritiker sagen aber, viele gäben in der Befragung an, nicht zu rauchen, möglicherweise weil sie nicht zugeben wollen, mit dem Kauf illegaler Zigaretten gegen das Gesetz zu verstoßen. Denn laut aktuellen Studien konsumieren Raucher in Australien zu 80 Prozent die illegalen Zigaretten vom Schwarzmarkt.
Ein Tabakgeschäft und Kiosk in Canberra: Australien diskutiert, ob die hohe Besteuerung von Tabak ihre Wirkung verfehlt, weil viele Raucher zu illegalen Kippen greifen.
Das geben auch diese beiden offen zu: "Sie lassen uns Rauchern keine Wahl. Wenn man die Tabaksteuer senken würde, würden die Leute zu legalen Zigaretten zurückkehren", sagte eine Passantin. Und ein Mann ergänzt: "Wenn die Regierung sich wirklich um die Gesundheit sorgen würde, dann müsste sie Rauchen komplett verbieten, oder die Steuern darauf senken."
Am Rande von Melbourne liegt der größte Containerhafen Australiens. Jeden Tag landen hier rund 10.000 Container mit Lebensmitteln, Technik, Industrieprodukten. Und illegale Zigaretten, vor allem aus dem Nahen Osten und aus China - unkontrolliert und oft mit noch mehr giftigen Schadstoffen, wie Rohan Pike erzählt. Vor dem Ruhestand war er Polizist bei der Grenzschutzbehörde und Chef der Spezialeinheit zur Bekämpfung illegalen Tabakhandels.
Australien geht konsequent gegen E-Zigaretten vor.
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Regelmäßig gelingt dem Grenzschutz ein Schlag gegen die Zigarettenmafia. Containerweise Kippen, professionell produziert und verpackt. Ob es sich dabei um die gleiche Zigarettenqualität handelt, wie bei legalen besteuerten, oder um Nachahmerprodukte mit aufgedrucktem Markennamen, ist häufig unklar.
Wenn Beamte bei einer Razzia im Tabakladen geschmuggelte Ware finden, erlischt die Verkaufslizenz für 90 Tage. Danach dürfen die Läden meist wieder öffnen.