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Chirurgie mit Vision Pro: Ärzte loben geringere Arbeitsbelastung
Eine Untersuchung der UC San Diego zeigt, dass das Apple-Headset Vision Pro in der Medizin helfen kann. Der hohe Preis spielt dabei kaum eine Rolle.
Vision Pro bei einem Eingriff: Mehr sehen, angenehmer Arbeiten.
Einsatz der Vision Pro im medizinischen Bereich kann Chirurgen helfen, Operationen schneller und komplikationsfreier durchzuführen – zumindest bei bestimmten endoskopischen Eingriffen. Eine Untersuchung der University of California, San Diego, bei der sogenannten Tränenwegsoperation (Dakryozystorhinostomie) kommt zu dem Schluss, dass die Operationszeiten um bis zu 19 Prozent sinken.
Auch die Zahl der Komplikationen während und nach der Operation verringert sich potenziell signifikant – um bis zu 100 Prozent, so die Forscher. Bei den Operationen nutzten die Chirurgen statt regulärer Bildschirme das Apple-Headset. Dies soll, trotz des Gewichts und des Anpressdrucks der Brille, auch bequemer gewesen sein, da sich Körperhaltung und Ergonomie während des Eingriffs verbessern. In den USA sind Operationen, bei denen Chirurgen eine Vision Pro tragen, grundsätzlich möglich, wärend in Europa Zulassungen außerhalb von Studien oder tierärztlichen Eingriffen bislang noch fehlen.
Bei einer Dakryozystorhinostomie werden Entzündungen des Tränensäckchens bekämpft, die zu einer Abflussstörung führen können. Dabei legen Chirurgen eine künstliche Fistel zwischen Nasenhöhle und Tränensack. Laut der im Journal AJO International publizierten Untersuchung konnte die Vision Pro immersive chirurgische Visualisierung ermöglichen. Die kognitive Belastung fiel gegenüber der herkömmlichen Bildschirmverwendung geringer aus. Das Headset eigne sich gut für Nutzung im OP, da es wenig Platz einnimmt. Bei der einem Peer-Review unterliegenden Studie wurden insgesamt 32 Operationen untersucht, 16 mit und 16 ohne Apple Vision Pro.
Selbst den Kostenfaktor schätzen die Forscher als „gering“ ein, die Hardware sei im Vergleich zu sonstiger chirurgischer Hardware „Low Cost“. Der bekannte Analyst Horace Dediu nahm an der Untersuchung teil und steuerte eine Kostenanalyse bei. Er fand heraus, dass die Kosten einer Vision Pro im OP ungefähr bei einem Prozent der Kosten konventioneller Visualisierungssysteme liegen.
Die Nachfrage unter medizinischen Praktikern ist groß, wie zuletzt ein Treffen in Leipzig gezeigt hat, das sich spezifisch dem Thema Spatial Computing mit der Vision Pro in der Medizin gewidmet hat. Dort war zu hören, dass das Headset sich trotz seines für Endnutzer hohen Preises (derzeit rund 4.000 Euro) für medizinische Anwendungen eignen kann. Das große Medtech-Unternehmen Stryker hat zuletzt eine spezifische visionOS-Anwendung für die Hüftarthroskopie vorgestellt.
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