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Glasfasermarkt: Telekom vorerst weiter zweiter Sieger
Im Glasfasermarkt bleiben die Telekom-Konkurrenten führend, fürchten aber Probleme. Der Bundesverband Breitbandkommunikation fordert die Kupferabschaltung.
Vor fast zwei Dritteln (62 Prozent) aller Wohn- und Geschäftseinheiten ist Glasfaser in der Erde verbuddelt, bei drei von zehn (29,8 Prozent) ist im Juni 2026 sogar das Gebäude angeschlossen. Doch die entscheidende Frage bleibt: wie viele Glasfaseranschlüsse werden gebucht? Die aktuelle Marktanalyse des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln für den Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) gibt der Branche etwas Hoffnung: 1,3 Millionen neue Kunden haben sich für Glasfaserzugänge entschieden. Der Schönheitsfehler: prozentual betrachtet entspricht diese „Take-Up-Rate“ dem Wert des Vorjahres – nur etwa 3 von 5 tatsächlich angeschlossenen Nutzern sagen auch Ja zur Faser, bei 7,9 Millionen zu 13,8 Millionen steht die Glasfaseranschlussrealität nun.
Eine Besonderheit daran: der massive Unterschied zwischen dem ehemaligen Telefonmonopolisten Deutsche Telekom und den Wettbewerbern. Das IW Köln rechnet vor, dass 5,5 Millionen Anschlüsse bei anderen Anbietern gebucht seien, und damit mehr als doppelt so viele wie bei der Telekom mit „nur“ 2,4 Millionen. Und auch bei den Investitionen würden die Wettbewerber weit vor dem Bonner Konzern liegen. Dabei hat die Telekom vor 11,9 Millionen Einheiten Lichtwellenleiter ins Erdreich und damit in Stellung verbracht – die Konkurrenz nur etwa die Hälfte mehr (16,8 Millionen).
Politisch spielt auch das Ziel der Durchdringung eine große Rolle: Ende 2030, rechnen die Ökonomen vor, würden nur noch zwischen etwa 1 von 10 deutschen Haushalten und Unternehmen nicht einmal in die Nähe eines Anschlusses kommen – zwischen 84,1 und 89,5 Prozent bewegen sich da die Schätzungen. Dann rechnen die Ökonomen vom IW Köln auch erstmals damit, dass mehr Glasfaseranschlüsse als DSL-Anschlüsse gebucht sein könnten. Die aktuellen Zahlen sind dabei vor allem vor dem Hintergrund der anstehenden Novellierung des Telekommunikationsgesetzes zu lesen. Streitpunkte dabei sind unter anderem die gesetzlichen Bedingungen zu den Endkunden in Häusern, die Möglichkeit zur Verpflichtung von Eigentümern zum Glasfaserausbau, ein mögliches Ende der Kupferkabel-Telefonnetze und perspektivisch auch der Koaxialkabel.
Real hängt die Glasfaserquote davon ab, ob die Deutsche Telekom vor 2030 damit beginnt, Teilabschaltungen ihrer VDSL-Infrastrukturen dort vorzunehmen, wo sie flächendeckend selbst Glasfaser anbietet. Kunden würden sich dann umorientieren können – oder manchmal auch müssen. Würde diese Abschaltung gesetzlich klar geregelt und an eine entsprechende Versorgungsmöglichkeitsquote (85 % Homes passed) geknüpft, wären zumindest die Mitglieder des Bundesverbandes Breitbandkommunikation zufrieden und bereit, dann höhere Summen zu investieren – so eine Befragung unter 128 Netzbetreibern. Auch ein Verkaufsende für DSL-Produkte würde den Effekt weitgehend auslösen, genau wie eine an den Kabelverzweigern orientierte, kleinräumige Abschaltstrategie.
Diese Zahl ist nicht aus der Luft gegriffen: Das Nord-Süd-Gefälle beim Glasfaserausbau ist immens – in Schleswig-Holstein sind inzwischen 94 Prozent überschritten, in Hamburg 92,5 Prozent. Hier könne es also eigentlich bereits losgehen mit dem geregelten Abschaltprozess, meint etwa Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. In den fünf ostdeutschen Flächenländern, in Niedersachsen und Hessen liegt der Homes-Passed-Anteil bei knapp 65 bis 76 Prozent, im Rest des Landes mit den besonders bevölkerungsreichen Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern ist derweil noch einiges an Vorarbeiten nötig. 2035 sei ein erreichbares Ziel für alle, meint Albers, der dabei unter anderem auf den Digital Networks Act und die Telekommunikationsgesetznovelle hoffte.
Umschifft wurde bei den Zahlen des Breko-Verbands hingegen ein anderer Faktor: das Koaxialkabel. Denn weil Glasfaser in den meisten Fällen nur von einem Anbieter ausgebaut