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Audacity 4.0: Audio-Editor mit neuer Oberfläche und neuem Projektformat
Das Team hinter Audacity hat den Audio-Editor einer umfassenden Generalüberholung unterzogen und dabei nur wenige Bereiche ausgelassen. Neben einer vollständig neu entwickelten Oberfläche wurden der Workflow verbessert, ein neues Projektformat eingeführt und erstmals eine offizielle ASIO-Unterstützung für Windows integriert.
Für die vollständig neu entwickelte Benutzeroberfläche setzt Audacity in der neuen Version durchgehend auf Qt, womit zugleich eine native Unterstützung hochauflösender Displays Einzug hält. Deutlich flexibler fällt darüber hinaus der Arbeitsbereich aus: Werkzeugleisten und Bedienfelder lassen sich verschieben, andocken, frei positionieren sowie bei Bedarf ein- und ausblenden. Individuelle Anordnungen können wiederum als Arbeitsbereiche gespeichert werden, mit Modern, Classic und Music bringt Audacity bereits drei entsprechende Arbeitsumgebungen mit. Hinzu kommen helle, dunkle und kontrastreiche Designs sowie konfigurierbare Akzent- und Spurfarben und unterschiedliche Darstellungsformen für Clips. Ein neuer Startbildschirm präsentiert zudem zuletzt verwendete Projekte einschließlich Vorschaubildern.
Zu den zentralen Neuerungen von Audacity gehört das neue Projektformat .aup4. Projekte aus Audacity 3 im bisherigen Format .aup3 können weiterhin geöffnet und beim nächsten Speichern in das neue Format konvertiert werden, wobei die ursprüngliche Datei unverändert erhalten bleibt. Der umgekehrte Weg ist allerdings ausgeschlossen, ein einmal konvertiertes Projekt lässt sich anschließend nicht wieder im Format .aup3 speichern. Ebenso können noch ältere .aup-Projekte weiterhin importiert werden. In den neuen Projektdateien legt Audacity unter anderem Vorschaubilder sowie zusätzliche Informationen zu Clips und deren Darstellung ab.
Auch bei der Unterstützung unterschiedlicher Audio-Hardware haben die Entwickler angesetzt. Die Audio-Einrichtung berücksichtigt fortan die Standardgeräte des Betriebssystems, bietet aktualisierbare Gerätelisten und erlaubt eine benutzerdefinierte Zuordnung der Kanäle. Änderungen an Audio-Geräten, die über das Betriebssystem erfolgen, kann Audacity damit automatisch übernehmen. Eine weitere wesentliche Neuerung betrifft Windows, wo Audacity erstmals offiziell ASIO für die Wiedergabe und Aufnahme unterstützt. ASIO (Audio Stream Input/Output) ist ein von der deutschen Firma Steinberg entwickeltes Protokoll für Audio-Gerätetreiber, das in der digitalen Musikproduktion und beim professionellen Audio-Streaming als Schnittstelle zwischen der Software – beispielsweise einer DAW wie Cubase oder Ableton – und dem Audio-Interface dient. Zu den wesentlichen Vorteilen zählen unter anderem extrem niedrige Latenzen von lediglich wenigen Millisekunden.
Grundlegend überarbeitet wurde außerdem die Bearbeitung von Audio-Clips, für die Audacity fortan auf ein neues Modell setzt. Clips können direkt über ihren Kopf ausgewählt werden, während sich mit gedrückter Umschalttaste mehrere Clips gleichzeitig markieren lassen. Sobald mehrere Clips ausgewählt sind, werden Verschieben, Zuschneiden und zeitliches Strecken gemeinsam auf sämtliche markierten Clips angewendet. Darüber hinaus können Clips gruppiert werden, sodass sie beim Verschieben, Kopieren, Einfügen oder Duplizieren zusammenbleiben. Zugleich lassen sich Clips mit Audacity 4 flexibler zwischen Mono- und Stereospuren verschieben.
Ergänzend ziehen mit dem Update zahlreiche neue Werkzeuge und Funktionen ein, die den Umgang mit Audio-Dateien vereinfachen sollen. Audacity verfügt nun über ein eigenes Werkzeug zum Teilen von Clips und stellt darüber hinaus Befehle zum Teilen, zum Ausschneiden oder Löschen beim Teilen, zum Aufteilen an stillen Stellen sowie zum Verschieben eines geteilten Bereichs auf eine neue Spur bereit. Mehr Flexibilität verspricht auch das Einfügen von Inhalten: Bei Bedarf erstellt Audacity selbstständig eine neue Spur, passt kompatible Kanalanordnungen an und übernimmt Audio-Dateien aus der Zwischenablage des Betriebssystems. Ergänzt