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Left 4 Dead 2: Valve hat den legendären Trailer damals absichtlich geleakt, um einen Ban zu umgehen
Um strengen Alterseinstufungen aus dem Weg zu gehen, nahm das Studio die Verbreitung des Intros für den Zombie-Shooter laut Chet Faliszek einfach selbst in die Hand.
Valve hat den Trailer zu Left 4 Dead 2 aus dem Jahr 2009 höchstpersönlich "geleakt".
Das behauptet zumindest der ehemalige Valve-Autor Chet Faliszek. In einem aktuellen Video über gestrichene Dialogzeilen des Spiels verriet er, dass sich das Studio damals mit den Alterseinstufungsbehörden angelegt hatte. Der Grund dafür waren die Gewaltdarstellungen, der Gore-Faktor und die derbe Sprache des Titels.
"Was Left 4 Dead 2 und das ESRB angeht … wir haben unseren Trailer damals vorab geleakt, weil sie uns die offizielle Veröffentlichung verbieten wollten", erklärte er im unten eingebundenen Video.
"Man darf nicht vergessen: Valve stritt sich damals mit dem ESRB, mit Australien, mit Deutschland und etlichen anderen Ländern über die vulgäre Sprache und die Gewalt im Spiel", erzählt Faliszek.
Chet Faliszek war über ein Jahrzehnt lang eine der wichtigsten kreativen Stimmen bei Valve. Als Autor prägte er nicht nur Left 4 Dead, sondern war auch maßgeblich an den ikonischen Dialogen und Geschichten von Meilensteinen wie Portal und den Episoden von Half-Life 2 beteiligt.
"Ich gebe das [den Leak des Trailers] jetzt einfach mal zu. Ich glaube, dafür können wir heute keinen Ärger mehr bekommen. Das ist immerhin fast 20 Jahre her."
Valve war bereits früher im selben Jahr mit dem ESRB aneinandergeraten. Stein des Anstoßes war ein frühes Promo-Bild. Es zeigte eine Hand mit drei abgenagten Fingern. Die zwei verbleibenden Finger formten die Ziffer für den zweiten Teil. Das ESRB legte Veto ein. Valve musste das Motiv daraufhin zu der Variante abändern, die wir heute kennen. Dort sind die fehlenden Finger einfach nur eingeklappt.
Etwa zur selben Zeit hatte die Prüfstelle bereits D3s Dark Sector und 2Ks The Darkness dazu gezwungen, veröffentlichte Trailer wieder aus dem Netz zu nehmen. Diese Clips kursierten damals schon hinter einer Altersfreigabe-Schranke. Die Begründung der Behörde: Die Inhalte würden den "durchschnittlichen Konsumenten ernsthaft beeinflussen".
Anstatt den Trailer zu Left 4 Dead 2 also brav zur Prüfung einzureichen, streute Valve das Video kurzerhand als inoffiziellen Leak ins Netz. Das Material landete später als tatsächliches Intro-Cinematic im Spiel. Left 4 Dead 2 erhielt schließlich ein M-Rating (Mature). Damit entging der Shooter der deutlich strengeren AO-Einstufung (Adults Only).