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Micron: Speicherabkommen schließen Rückkehr zu alten Preisen aus
Zahlreiche Langzeitabkommen sollen Microns Gewinnmarge sichern – zum Leidwesen aller, die auf sinkende Speicherpreise hoffen.
Micron hat 16 strategische Kundenvereinbarungen (Strategic Customer Agreements, SCAs) abgeschlossen. Einige davon stecken schon jetzt den Preisrahmen für Speicher bis Ende 2030 ab. Damit will Micron die eigene Gewinnspanne hochhalten; die Chance auf bald sinkende Preise fällt weiter.
Micron ist der weltweit drittgrößte Speicherhersteller und nach Samsung sowie SK Hynix der wichtigste Lieferant von Arbeitsspeicher (DRAM) wie DDR5, LPDDR5X und High-Bandwidth Memory (HBM). Die drei Firmen machen zusammen über 90 Prozent des DRAM-Marktes aus.
Die 16 SCAs hat Micron zur Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen bekannt gegeben. Zu den Unterzeichnern gehören Cloud-Hyperscaler und Hersteller von Servern, Consumer-Geräten sowie Autos. Konkrete Namen nennt die Firma wie üblich nicht. Andere Speicherhersteller forcieren ähnliche Abkommen, allerdings zeigt sich Micron jetzt ungewohnt offen über den Inhalt.
Die größten Abkommen beinhalten Preisspannen, für die Kunden in den nächsten fünf Jahren DRAM und NAND-Flash für SSDs kaufen. Die Preise sind bei den Maxima gedeckelt, die Micron bis Ende Mai 2026 abgerufen hat. Bleibt das bisherige Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bestehen, zahlen die größten Kunden also die gleichen Preise wie zuletzt. Das bedeutet für Micron: eine durchschnittliche Bruttomarge von etwa 85 Prozent.
Diese Regelung gilt für bisherige Produkte, also vornehmlich DDR5, LPDDR5X, HBM3e sowie HBM4. Die Abkommen sehen neue Verhandlungen mit höheren Preisen bei neuen Speichergenerationen wie DDR6, LPDDR6 und HBM5 vor.
Zu den Mindestpreisen merkt Micron an, dass sie weiterhin eine „sehr robuste Bruttomarge oberhalb der höchsten Margen aller vorherigen Speicherzyklen“ einbringen soll. Das schließt eine Rückkehr zu den Speicherpreisen von 2025 und vorher weitgehend aus.
Alle SCAs sehen Mindestliefermengen vor. Kauft ein Kunde weniger als vereinbart, muss er Milliardenstrafen an Micron zahlen. Die Abkommen sind darauf ausgelegt, die aktuelle Liefersituation beizubehalten.
Abkommen mittlerer Größe sehen derweil fixe Preise vor. Bei kleinen Vereinbarungen sind Liefermengen ohne längerfristigen festgezurrten Preisrahmen geregelt. Hier geht es offenbar primär um Autohersteller, die dreijährige Abkommen mit Micron abgeschlossen haben.
Die bisherigen 16 SCAs sehen Käufe im Wert von mindestens 100 Milliarden US-Dollar während ihrer Laufzeit vor. Micron merkt allerdings an, dass dieser Wert äußerst konservativ sei und wahrscheinlich deutlich höher ausfallen werde.