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Boney-M. bei Reform UK: Liz Mitchell empört über Auftritt bei Farage-Partei
Boney-M.-Sängerin Mitchell (mit britischem Orden): »Schmerzt mich zutiefst«
Liz Mitchell, die frühere Leadsängerin von Boney M. (»Rivers Of Babylon«, »Daddy Cool«), hat empört auf einen Auftritt von Boney M. beim Parteitag der rechtspopulistischen britischen Partei Reform UK reagiert.
»Sie wussten, dass sie nur eingeladen wurden, damit diese Songs für Parteizwecke benutzt werden können – Songs, die Menschen auf der ganzen Welt so viel bedeuten«, teilte Mitchell, 74, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. »Vor aller Welt bei einer Veranstaltung aufzutreten, die Menschen in Not nicht willkommen heißt, bedeutet, die eigene Seele und Herkunft für Geld zu verkaufen.«
Bei der Veranstaltung der Partei von Nigel Farage in Birmingham war am Wochenende eine von Maizie Williams, 75, angeführte Version von Boney M. aufgetreten. Williams’ Manager, Donavon Nelson, wies auf dpa-Anfrage jede politische Nähe zu Reform UK zurück.
Man unterstütze keine Partei und mische sich nicht in Politik ein. Der Auftritt sei zunächst als Feier im Anschluss an eine Konferenz angekündigt worden. Erst im Nachhinein sei bekannt geworden, dass es sich um eine Reform-UK-Veranstaltung gehandelt habe, so Nelson.
Mitchell hatte zuvor auf Facebook berichtet , sie habe verstörte Nachrichten von Fans erhalten, die sich schockiert über den Auftritt gezeigt hätten. Die Sängerin stellte klar, dass sie damit nichts zu tun habe. Es schmerze sie zutiefst, dass ihre Musik instrumentalisiert werde.
Die Sängerin verwies auf ihre Familiengeschichte: Ihr Vater sei Teil der Windrush-Generation gewesen, die ab den späten Vierzigerjahren aus der Karibik nach Großbritannien eingewandert war, sie selbst sei aus Jamaika gekommen. Es sei wichtig, dass Großbritannien ein Land bleibe, das Einwanderer und Asylsuchende willkommen heiße.
Boney M. 1981 mit Liz Mitchell (2. von rechts) und Maizie Williams (ganz rechts): »Seele und Herkunft für Geld verkauft«
Manager Nelson betonte, der Auftritt habe lediglich »Freude verbreiten« sollen, »unabhängig von Hautfarbe oder Glauben« – es tue ihm leid, dass die Darbietung missverstanden worden sei.
Maizie Williams gehörte zu den Mitgliedern der von Frank Farian produzierten Popband, die vor allem in den Siebzigerjahren weltweit große Erfolge feierte. Ihre Stimme ist auf den bekannten Hits der Band allerdings nicht zu hören, weil Farian im Studio nur Mitchell und Marcia Barrett singen ließ.