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ChatGPT Plus: GPT-6 Astra erreicht das 23-Euro-Abonnement
OpenAI hat damit begonnen, sein neuestes KI-Modell GPT-6 Astra auch für ChatGPT-Abonnenten des Plus-Tarifs freizuschalten. Damit erhalten nun auch Nutzer des günstigeren Abonnements Zugriff auf das derzeit leistungsfähigste Modell des Unternehmens. Zum Start ist die Nutzung allerdings noch eingeschränkt.
Die Vorstellung von GPT-6 Astra erfolgte erst vor wenigen Tagen und damit rund einen Monat, nachdem OpenAI bei dem seinerzeit noch nicht fertigen Modell die Sicherheitsbremse gezogen hatte. Bei internen Tests hatte Astra laut dem Unternehmen derart große Fortschritte in den Bereichen Programmierung und Cybersecurity gezeigt, dass OpenAI eine Einstufung in die höchste Risikostufe „Critical“ nicht mehr ausschließen konnte. Arbeiten ohne entsprechend verschärfte Sicherheitsvorkehrungen wurden deshalb pausiert. Derartige Aussagen von KI-Anbietern stoßen mittlerweile allerdings auch auf Skepsis: Vielerorts werden sie weniger als Hinweise auf tatsächliche Probleme oder gar konkrete Gefahren, sondern vielmehr als Werbemaßnahmen verstanden, mit denen Anbieter die Leistungsfähigkeit ihrer neuesten Modelle besonders hervorheben wollen.
Astra ist laut OpenAI insbesondere auf komplexe Arbeitsaufgaben ausgelegt, bei denen das Modell über längere Zeit selbstständig verschiedene Arbeitsschritte bewältigen muss. Dazu zählen vor allem Programmierung und Recherche, die Bedienung von Software sowie umfangreichere professionelle Arbeitsabläufe. Ebenso kann das Modell Dokumente, Tabellen und Präsentationen erstellen, bestehende Vorlagen einbeziehen und bereits begonnene Arbeiten an nachträglich veränderte Vorgaben anpassen. Gerade bei längeren Aufgaben soll Astra zudem zuverlässiger berücksichtigen, welche Anforderungen zuvor festgelegt wurden.
Wie deutlich sich GPT-6 Astra dabei von GPT-5.6 Sol absetzen soll, zeigen OpenAIs eigene Benchmarks. Im Terminal-Bench 4.0 steigt das Ergebnis von 37,3 Prozent mit Sol auf 57,9 Prozent mit Astra. Bei OSWorld 2.0 fällt der Abstand mit 72,6 gegenüber 65,7 Prozent zwar kleiner aus, gleichzeitig benötigt Astra für die Aufgaben durchschnittlich nur rund 40 Minuten, während Sol auf etwa 75 Minuten kommt. Den größten Vorsprung weist OpenAI bei der Verarbeitung langer Kontexte aus. In einem Test mit Kontextlängen zwischen 512.000 und einer Million Tokens erreicht Astra 96,3 Prozent, während GPT-5.6 Sol lediglich 73,8 Prozent erzielt. Da die Werte aus OpenAIs eigenen Tests stammen, muss sich allerdings erst im praktischen Einsatz zeigen, wie deutlich die Unterschiede außerhalb kontrollierter Benchmarks tatsächlich ausfallen.
Mit der jetzt begonnenen Freischaltung erweitert OpenAI den Kreis der Nutzer, die auf GPT-6 Astra zugreifen können. Abonnenten von ChatGPT Plus erhalten das Modell schrittweise, müssen sich zunächst allerdings auf ChatGPT Work und Codex beschränken. Im regulären Chat steht Astra für diesen Tarif vorerst nicht zur Auswahl. ComputerBase konnte die eingeschränkte Verfügbarkeit anhand eines in der Redaktion vorhandenen Zugangs bestätigen. Berichten zufolge soll die vollständige Freischaltung zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Ein solches gestaffeltes Vorgehen ist bei neuen KI-Modellen nicht ungewöhnlich: Anbieter haben den Zugriff zum Start in der Vergangenheit wiederholt begrenzt, um parallel die für das neue Modell benötigten Rechenkapazitäten auszubauen.
Offen bleibt damit auch, ob GPT-6 Astra zu einem späteren Zeitpunkt ebenso kostenlose ChatGPT-Konten erreichen wird. Bei der vorherigen Modellgeneration hatte OpenAI GPT-5.6 Sol ausschließlich den kostenpflichtigen Tarifen vorbehalten und kostenlosen Konten stattdessen später das leichtere und schnellere GPT-5.6 Luna zur Verfügung gestellt. Ein ähnliches Modell wäre auch für GPT-6 denkbar, bislang handelt es sich dabei jedoch ausschließlich um Spekulation. OpenAI hat bislang weder ein kleineres GPT-6-Modell angekündigt noch Angaben zu einer möglichen Verfügbarkeit für kostenlose Konten gemacht.