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Chinas Spielindustrie boomt, während die westliche Branche kämpfen muss
Analyse zeigt gewaltiges Wachstum der chinesischen Spielebranche, getrieben von KI-Einsatz, E-Sport und weltweiten Hits wie Where Winds Meet.
Während die westliche Videospielindustrie weiterhin strauchelt, scheint die Branche in China regelrecht zu explodieren. Im Jahr 2025 erreichte der Markt dort einen Wert von über 50 Milliarden US-Dollar – mehr als das Fünffache der britischen Industrie.
Das Marktforschungsunternehmen Niko Partners veröffentlichte auf seiner Website einen Bericht, der das atemberaubende Wachstum der chinesischen Spielebranche aufschlüsselt. Demnach generierte der chinesische Markt 2025 rund 51,8 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Zum Vergleich: Der britische Videospielmarkt verzeichnete 2025 Einnahmen in Höhe von 8,76 Milliarden US-Dollar, laut UKIE, dem nationalen Videospielverband Großbritanniens. Chinas Ergebnis für 2025 ist eine erstaunliche Zahl, die den anhaltenden Aufstieg der dortigen Videospielindustrie unterstreicht.
Niko Partners prognostiziert ein weiteres Wachstum für den chinesischen Markt. 2026 soll er um vier Prozent auf 53,9 Milliarden US-Dollar ansteigen. Mit Blick auf das Jahr 2030 sagt das Unternehmen sogar 59,8 Milliarden voraus. Treiber für dieses Wachstum ist die über den Erwartungen liegende Performance – sowohl von neuen Titeln als auch von Dauerbrennern (also Live-Service-Games wie Genshin Impact). Ein gutes Beispiel dafür ist das 2025 erschienene MMO Where Winds Meet, das innerhalb eines Tages nach Release weltweit die Marke von zwei Millionen Spielern knackte.
Der Bericht von Niko Partners liefert außerdem interessante Einblicke in das Verhalten chinesischer Gamer. Demnach haben 46,5 Prozent in irgendeiner Form mit E-Sport zu tun. Diese Zahl soll bis 2026 voraussichtlich auf 51,3 Prozent steigen. 80 Prozent der Gamer haben schon einmal ein Minispiel gespielt, wobei 20 Prozent der gesamten Ausgaben auf solche Minispiele entfallen. Gemeint sind damit Spiele, die keinen Download erfordern – etwa Browsergames.
Als wichtigen Trend, der Chinas Zukunft prägen wird, sieht Niko Partners die Integration generativer KI in die Spielentwicklung. Schon 2025 stellte Niko Partners fest, dass sich 39 Prozent der chinesischen Gamer für den Einsatz generativer KI in Spielen interessieren. Gleichzeitig nutzten bereits 60 Prozent der Studios KI in der Entwicklung. Das steht im starken Kontrast zum westlichen Publikum, das generative KI aus Gründen der künstlerischen Integrität, des Urheberrechts und allgemeiner Qualitätsbedenken weiterhin ablehnt.
Weitere Schlüsselfaktoren sind das Wachstum in speziellen Nischen und bisher vernachlässigten Genres, verstärkte Monetarisierung außerhalb der eigentlichen Apps sowie steigende Konsumausgaben – sowohl im In- als auch im Ausland. Wichtig sei auch ein „günstigeres regulatorisches Umfeld“ für Spieleentwickler. Niko Partners geht davon aus, dass dies internationalen Publishern über Plattformen wie Steam den Zugang zum chinesischen Markt erleichtern wird.
Einen Eindruck vom Aufschwung der chinesischen Entwicklerszene bot die Gamescom, wo große Hits aus dem Land auf der Messe glänzten. Neben Phantom Blade Zero waren Titel wie A Whisper of Fall: Jinyiwei, Sea of Remnants, Showa: American Story und viele mehr vertreten. Insgesamt präsentierten sich über 60 chinesische Spiele auf der Messe. Das Land hat unbestreitbar einen weiten Weg zurückgelegt, seit Black Myth: Wukong 2024 mit voller Wucht einschlug.