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Wahl in Sachsen-Anhalt: Arbeitgeber warnen vor "Klima der Abschottung"
Vertreter der deutschen Industrie und Ökonomen gehen davon aus, dass sich der AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt negativ auf die Wirtschaft auswirken könnte. An die Bundesregierung richten sie den Appell, am Reformkurs festzuhalten.
Die Arbeitgeber warnen nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt vor den wirtschaftlichen Folgen des Wahlausgangs. "Ein Klima der Abschottung ist Gift für den Standort", sagte Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Nachrichtenagentur dpa.
"Kein Wahlergebnis macht falsche Wirtschaftspolitik richtig", so Kampeter. "Deutschland braucht offene Märkte, internationale Fachkräfte, Investitionen und ein verlässliches Europa. Wer den Euro und die Europäische Union infrage stellt und die Nähe zu Russland sucht, handelt gegen die Interessen von Unternehmen und Beschäftigten."
Der Ökonom Joachim Ragnitz vom ifo Institut Dresden befürchtet, dass ein solch hohes Wahlergebnis für die AfD abschreckend sein könnte für die dringend benötigten Fachkräfte. So könne es zu einer Abwanderung von qualifizierten Arbeitskräften kommen - oder schwerer werden für Firmen, Personal zu gewinnen. "Das hat dann auch negative Folgen für Unternehmen, die sich hier möglicherweise ansiedeln wollen: wenn sie Sorge haben müssen, dass sie keine Arbeitskräfte bekommen", sagte Ragnitz tagesschau24.
Zudem stelle sich nun die Frage, wie stabil eine Regierung in Sachsen-Anhalt noch sein könne. Instabilität sei indes "Gift für Investoren", so Ragnitz. "Dieses Wahlergebnis und die daraus resultierenden Verunsicherungen werden wahrscheinlich negative Auswirkungen haben."
FAQ
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Die Wahl in Sachsen-Anhalt ist gelaufen, doch die Regierungsbildung dürfte kompliziert werden.
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Ifo-Präsident Clemens Fuest sprach angesichts der Stärke populistischer Parteien von der Gefahr eines wirtschaftlichen Niedergangs in Ostdeutschland. "In den ostdeutschen Bundesländern haben Parteien wie BSW, Linke und AfD derzeit Mehrheiten", sagte Fuest dem Magazin Capital. "Regierungen gegen sie sind nicht mehr möglich. Das ist ein Standortnachteil." Allerdings hätten Wähler in einer Demokratie "auch das Recht, sich für wirtschaftlichen Niedergang zu entscheiden."
Fuest prophezeite zurückgehende Unternehmens-Investitionen in Regionen, in denen populistische Parteien wirtschaftlich unvernünftige Politik betreiben. "Wenn das Risiko hoch ist, dass Parteien in einer Region an die Regierung kommen, die für unternehmerische Tätigkeit schlechte Bedingungen schaffen, dann werden die Investitionen sinken", sagte der ifo-Präsident.
Analyse
07.09.2026