// HEISE ONLINE — MONDO
Uber in Afrika in Schwierigkeiten
Der Fahrdienstvermittler hat in Nigeria und Uganda den Geschäftsbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt. In Nigeria ermittelt die Wettbewerbsbehörde.
Nigerias Wettbewerbshüter von der Federal Competition and Consumer Protection Commission (FCCPC) haben eine Untersuchung zum abrupten Rückzug des US-Dienstleistungskonzerns Uber aus dem westafrikanischen Land eingeleitet. Im Fokus steht dabei die Frage, ob der Fahrdienstvermittler Kunden mit nicht erbrachten Leistungen oder ungeklärten Verpflichtungen zurückgelassen hat. Das berichteten am Montag verschiedene nigerianische Medien. Die Aufsichtsbehörde prüfe die Art und Weise, wie sich Uber vom nigerianischen Markt zurückgezogen habe, erklärte der Leiter der FCCPC, Tunji Bello.
Die Untersuchung folgt wenige Tage nach der Ankündigung von Uber, seine Geschäftstätigkeit in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, sowie im ostafrikanischen Uganda mit sofortiger Wirkung einzustellen. Man habe die „schwierige Entscheidung“ nach einer eingehenden Überprüfung des Geschäftsbetriebs getroffen, teilte Uber in der vergangenen Woche mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Nigeria zählte zu den ältesten afrikanischen Märkten von Uber. Der Fahrdienstvermittler hatte seine Tätigkeit dort im Jahr 2014 aufgenommen. Zwei Jahre später folgte der Markteintritt in Uganda. Uber-Fahrer in Nigeria beklagten sich schon länger darüber, dass die Preise in der Fahrdienst-App angesichts der steigenden Kraftstoffkosten zu niedrig und die Provisionsgebühren zu hoch seien. Hinzu kam der Wettbewerbsdruck durch konkurrierende Plattformen.
Die Rückzugsankündigung aus Nigeria und Uganda fällt mit einer umfassenden weltweiten Umstrukturierung des Uber-Konzerns zusammen. Sie erfolgte zeitgleich mit der Mitteilung von Uber-CEO Dara Khosrowshahi, weltweit rund zehn Prozent der Belegschaft zu entlassen und stärker auf das Robotaxi-Geschäft zu setzen. Uber wolle Hierarchien abbauen, Teamstrukturen vereinfachen und seine Belegschaft stärker an ausgewählten Standorten bündeln, hieß es.
Der afrikanische Markt verliert dabei an Gewicht. Im vergangenen Jahr zog sich Uber im September aus der Elfenbeinküste und im Januar aus Tansania zurück – nach jahrelangen Konflikten um regulierte Fahrpreise und Obergrenzen für Provisionen, wie das Magazin The Africa Report schreibt. Nach dem abrupten Rückzug aus Nigeria und Uganda ist das Unternehmen auf dem Kontinent nur noch in Ägypten, Ghana, Kenia und Südafrika tätig. „Diese Entscheidung beschränkt sich strikt auf diese beiden Märkte und hat keine Auswirkungen auf unsere Aktivitäten im übrigen Teil des Kontinents“, hieß es in einer Stellungnahme von Uber gegenüber der britischen BBC.
In Nigeria hatte Uber im Laufe der Jahre sein Dienstleistungsangebot auf verschiedene Städte des Landes ausgeweitet und stetig ausgebaut. In der Millionenmetropole Lagos startete das Unternehmen 2019 einen Bootsdienst, um Pendlern zu helfen, den vielen Verkehrsstaus der Stadt zu entgehen. Zugleich verschärfte sich der Wettbewerb auf dem nigerianischen Markt für Fahrdienstvermittlung in den vergangenen Jahren durch konkurrierende Fahrdienst-Apps, darunter Bolt und inDrive sowie eine Reihe lokaler Anbieter. Hinzu kamen Herausforderungen wie steigenden Kraftstoffkosten, Inflation und Währungsschwankungen. Immer wieder gab es Proteste und Arbeitsniederlegungen von Fahrern aufgrund steigender Betriebskosten, geringer Fahrpreise und schlechter Arbeitsbedingungen.
Auch in Uganda wurde der Rückzug von Uber alles andere als freudig aufgenommen. Für Tausende Fahrer sowie Pendler im Großraum der Hauptstadt Kampala bedeute er „eine tiefgreifende Veränderung des lokalen Mobilitätsmarktes“, schreibt die ugandische Tageszeitung Daily Monitor. Die durch Uber hinterlassene Lücke werde aber voraussichtlich von Wettbewerbern wie Faras, Bolt und SafeBoda geschlossen, die vor Ort bereits stark vertreten sind, so das Blatt weiter.
Uber versicherte seinen Nutzern in dem ostafrikanischen Land, dass der Kundensu