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Waldbrandrauch bremst Fortschritte bei sauberer Luft
Waldbrände und Hitzewellen werden zu einem wachsenden Gegenspieler der Luftreinhaltung und belasten die Gesundheit. Ein neuer Bericht zeigt, dass Brandrauch die Feinstaubbelastung in mehreren Regionen erhöht und herkömmliche Risikomodelle seine gesundheitliche Wirkung deutlich unterschätzen können. Zugleich verschärft Hitze die Belastung durch bodennahes Ozon.
Genf (Schweiz). In Teilen Europas und Nordamerikas sind die Emissionen aus Verkehr und Industrie gesunken, doch gleichzeitig wächst eine Quelle der Luftverschmutzung, die sich kaum an Grenzen hält. Rauch aus Vegetationsbränden kann feinste Partikel über weite Entfernungen transportieren und dadurch erreichte Verbesserungen der Luftqualität teilweise wieder zunichtemachen.
Der neue Luftqualitäts- und Klimabericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) beschreibt diese Gegenbewegung anhand des Jahres 2025 und stützt sich auf Daten des Global Atmosphere Watch. Für die großräumige Feinstaubverteilung nutzte die WMO erstmals vier verschiedene Modellquellen, deren Ergebnisse trotz unterschiedlicher Modelle und Eingangsdaten überwiegend vergleichbar und konsistent waren.
Besonders im Norden Kanadas, in Teilen Russlands und im westlichen Zentralafrika lagen die Konzentrationen von PM2,5 im Jahr 2025 über dem langjährigen Mittel, was die WMO dort mit verstärkter Feueraktivität verbindet. Auch der Nordwesten Spaniens fiel nach außergewöhnlichen Bränden im Spätsommer 2025 als Belastungsschwerpunkt auf, während die Werte in China wegen sinkender menschengemachter Emissionen unter dem langjährigen Mittel lagen.
PM2,5 bezeichnet Partikel und Tröpfchen mit weniger als 2,5 Mikrometern Durchmesser, die wegen ihrer geringen Größe tief in die Lunge und bis in den Blutkreislauf gelangen können. Neben Industrie, Verkehr und Heizungen gehören auch Vegetationsbrände und Staubstürme zu ihren Quellen. Der Anteil aus Bränden gewinnt laut WMO an Bedeutung, obwohl andere Feinstaubquellen in Teilen Europas und Nordamerikas zurückgedrängt wurden.
Wie groß die gesundheitliche Belastung sein kann, zeigt eine globale Modellstudie zu akuter Rauchbelastung, nach der extreme Ereignisse mit brandbedingtem PM2,5 seit den 1990er Jahren weltweit etwa dreimal so häufig geworden sind. Für den Zeitraum 2010 bis 2018 schätzten die Forscher im Mittel rund 99.000 zusätzliche Todesfälle pro Jahr durch kurzfristige Exposition, wobei das 95-Prozent-Konfidenzintervall von 55.000 bis 149.000 Fällen reichte.
Eine weitere Untersuchung mit Daten aus 654 Regionen in 32 europäischen Ländern deutet darauf hin, dass gewöhnliche Risikofunktionen für den gesamten Feinstaub die Gefährdung durch Waldbrandrauch stark unterschätzen können. Die Analyse umfasste den Zeitraum 2004 bis 2022 und verglich brandbedingtes PM2,5 mit Feinstaub aus anderen Quellen. Wurde für Waldbrandpartikel lediglich das allgemeine Risiko von PM2,5 angesetzt, lag die zurechenbare Sterblichkeit in der Studie um 93 Prozent zu niedrig.
„Bessere Schätzungen der durch PM2,5 aus Waldbränden bedingten Sterblichkeit helfen, die Belastung dieser klimawandelbedingten Gefahr für die öffentliche Gesundheit genauer zu verfolgen“, erklärt Anna Alari vom Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal).
Die europäische Studie beschreibt dabei statistische Zusammenhänge auf Bevölkerungsebene und kein individuelles Todesfallrisiko. Pro zusätzlichem Mikrogramm brandbedingtem PM2,5 pro Kubikmeter stieg die Gesamtsterblichkeit über die folgenden sieben Tage im Mittel um etwa 0,7 Prozent, während die Zusammenhänge für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen etwas höher lagen.
Waldbrandrauch ist nicht der einzige Faktor, denn hohe Temperaturen, stehende Luft und intensive Sonneneinstrahlung fördern zugleich die Bildung von bodennahem Ozon. Langfristige Ozonbelastung ist mit einer höheren Sterblichkeit verbunden, vor allem durch Atemwegserkrankungen, und die zusätzliche Exposition könnte nach Einschätzung der WMO zu Zehntausenden weiteren vorzeitigen Todesfällen beit