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Blick über den Tellerrand: Bund plant höhere Steuern auf Alkohol und Tabak
von Carsten Knobloch
8. Sep. 2026 |
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Dass die Kassen beim Bund angeblich notorisch klamm sind, ist kein Geheimnis. Um die Löcher im Bundeshaushalt zu stopfen, dreht die Bundesregierung nun wenig überraschend an den bekannten Stellschrauben. Wer gerne mal ein Gläschen trinkt oder zur Zigarette greift, muss sich in den kommenden Jahren auf spürbar höhere Preise einstellen. Zwei entsprechende Gesetzentwürfe liegen dem Bundestag bereits vor.
Beim Alkohol soll es gleich um 20 Prozent nach oben gehen. Betroffen sind laut dem Entwurf eines Haushaltsbegleitgesetzes die Alkoholsteuer (also im Wesentlichen Spirituosen), Schaumwein, Zwischenerzeugnisse und auch Alkopops. Bier ist hier außen vor, weil das Ländersache ist. Der Bund rechnet durch den 20-Prozent-Aufschlag schon für 2027 mit satten 380 Millionen Euro an Mehreinnahmen. Ein Jahr später sollen es 455 Millionen Euro sein und bis 2031 summiert sich das Ganze laut Finanzplan auf rund 2,2 Milliarden Euro.
Parallel dazu geht es den Rauchern ans Portemonnaie. Über die nächsten vier Jahre soll die Tabaksteuer regelmäßig und stufenweise angehoben werden. Offiziell begründet man das natürlich nicht nur mit dem Haushaltsdefizit, sondern schiebt auch den Gesundheitsschutz vor, um gerade Jugendliche vom Glimmstängel fernzuhalten. Für den Staat zahlt sich das aus: 756 Millionen Euro Mehreinnahmen werden für 2027 angepeilt, bis 2030 soll der jährliche Ertrag auf knapp 3,59 Milliarden Euro klettern.
Für den Endkunden bedeutet das in der Praxis schlicht teurere Schachteln. Bereits 2027 soll eine normale Packung Zigaretten im Schnitt bei 8,77 Euro landen, danach geht es jährlich weiter nach oben. Noch sind die Pläne nicht final in Stein gemeißelt, das parlamentarische Verfahren im Bundestag steht noch an. Große Überraschungen dürften da aber wohl kaum zu erwarten sein, wenn der Bund frisches Geld braucht. Bin mal gespannt, wie das dann in der Gastro aussieht, wo heute schon teils horrende Preise für entsprechende Getränke verlangt werden. Da erinnere ich mich doch gerne an die Buddel- oder 99-Pfennig-Partys der 90er zurück.
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