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Projekt Automated Train demonstriert automatischen Zugverkehr
Das Projekt Automated Train hat vorgeführt, wie ein Zug sich selbst für den Betrieb bereitstellt und die Machbarkeit von autonomem Fahren im Bahnnetz gezeigt.
Automatisiert fahrender Nahverkehrszug Mireo Smart: Bahnstrecken trotz Fachkräftemangel verlässlich bedienen
Züge ohne Fahrer: Im Rahmen des Projektes Automated Train wurde die Machbarkeit von vollautomatisiertem Fahren auf der Schiene (Unattended Train Operation, UTO) gezeigt. Das soll künftig einen flexibleren Einsatz von Zügen sowie effizientere betriebliche Abläufe ermöglichen.
Auf dem Gelände der Havelländischen Eisenbahn führten die Projektpartner zwei Fahrzeuge vor, die mit Systemen für automatisiertes Fahren ausgestattet wurden: einen Nahverkehrszug vom Typ Mireo von Siemens Mobility sowie ein Fahrzeug der Stuttgarter S-Bahn der Baureihe BR430 von Alstom. Dabei demonstrierte Siemens Mobility nach eigenen Angaben die automatisierte Bereitstellung eines Zugs.
Auf einen Startbefehl hin macht der sich selbstständig fahrbereit. Bevor er sich in Bewegung setzt, überprüft er alle sicherheitsrelevanten Funktionen. Dann fährt er fahrerlos von der Abstellanlage zum Startbahnhof. Unterwegs überwacht er seine Umgebung kontinuierlich und reagiert auf etwaige Hindernisse. Zu der Demonstration gehört auch die Überführung des Zugs in die Abstellanlage.
Für die Umfeld- und Hinderniserkennung verfügen beide Fahrzeuge über verschiedene Sensoren an der Fahrzeugfront. Die Hardwareausstattung ist dabei laut Siemens weitgehend identisch. Allerdings wurden die beiden Fahrzeuge mit unterschiedlicher Software zur Umfelderkennung ausgerüstet.
Eine wichtige Voraussetzung für den automatisierten Zugbetrieb ist neben der intelligenten Fahrzeugsteuerung sowie der Umfelderfassung eine Sicherungstechnik, die auf dem Europäischen Zugbeeinflussungssystem (European Train Control System, ETCS) basiert. Es sorgt etwa dafür, dass ein Zug sicherheitsrelevante Höchstgeschwindigkeiten nicht überschreitet oder bei Stopp-Signalen anhält. Allerdings verläuft der Ausbau der deutschen Bahninfrastruktur mit ETCS schleppend.
Das Projekt zeige, dass vollautomatisiertes Fahren im offenen Bahnnetz machbar sei, sagte Marc Ludwig, Chef der Sparte Rail Infrastructure bei Siemens Mobility. „Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir die entscheidenden Technologien entwickelt und erfolgreich in unserem Mireo-Zug demonstriert. Damit schaffen wir die technologische Grundlage für die nächste Generation des Schienenverkehrs und bringen die Automatisierung auf der Schiene einen entscheidenden Schritt voran.“
Das Projekt Automated Train startete im Jahr 2023. Beteiligt waren unter anderem die Deutsche Bahn, Siemens Mobility, die IT-Unternehmen Codewerk und Red Hat sowie die Technische Universität Dresden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat das Projekt mit knapp 43 Millionen Euro gefördert.
„Was wir hier sehen, ist die Zukunft der Mobilität“, sagte Johannes Steiniger, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWE. „Fahrerlose Zugfahrten bieten gerade in Zeiten des Fachkräftemangels Möglichkeiten, Bahnstrecken auch künftig weiterhin verlässlich bedienen und Züge flexibler einsetzen zu können.“