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Security-Angriff: LG-Fernseher auf Dauersendung
Forscher haben in LG-TVs neue Tricks entdeckt, mit denen die Zuschauer getrackt werden. Das Tracking dient der Werbung, es kann aber auch gefährlich werden.
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Über die automatische Inhalteerkennung an Smart-TVs haben wir schon häufiger geschrieben und erklärt, wie man sie in den TV-Menüs deaktivieren kann. Vor einiger Zeit haben wir uns auch den Netzwerkverkehr moderner TV-Geräte in Hinblick auf Datenschutz genauer angesehen und Tipps für eine datensparsame Konfiguration gegeben. Doch die Maßnahmen reichen offenbar nicht aus, um die Spione im Wohnzimmer mundtot zu machen.
Der YouTube-Kanal Gamers Nexus hat sich diverse LG-TVs noch einmal genauer angeschaut und ist dabei auf einiges gestoßen, was bislang nicht bekannt war.
Auch wenn sich die Betrachtungen bislang ausschließlich auf LG-Fernseher beziehen, muss man davon ausgehen, dass die entdeckten Verfahren irgendwann auch in den Geräten anderer TV-Hersteller auftauchen. Der Grund: Einnahmen mit Werbung am TV und den werbeunterstützten TV-Sendern (FAST) übersteigt zumindest in den USA bereits die Einnahmen durch die Hardware. Die Werbeeinnahmen lassen sich über den gesamten Lebenszyklus der Geräte erzielen und nicht nur einmalig beim TV-Verkauf. Das macht das ACR-Business so interessant.
Für die automatische Inhalteerkennung (ACR) nimmt das TV eine kurze Sequenz der aktuell laufenden Audio- und/oder Bildinhalte auf und erzeugt daraus einen Fingerprint. Dazu braucht es keine kompletten Screenshots oder lange Audioaufnahmen, sondern nur kleine Bild- und Tonausschnitte, die es in einen Hash, also einen Textschnipsel, umwandelt. Den Schnipseln kann man über ausgefeilte Datenbanken das geschaute Video, das gespielte Game oder das gehörte Konzert zuordnen. Vor zehn Jahren hatte LG laut Gamers Nexus noch die Filenames selbst geschickt, was seinerzeit aber einen Shitstorm ausgelöst hatte wegen Sicherheitsbedenken. Deshalb wurde das Verfahren irgendwann auf die ohnehin sparsameren Hashes umgestellt.
ACR findet auch statt, wenn man das TV über HDMI als Monitor etwa an einer Playstation oder mit einem HDMI-Stick nutzt. Weil die Werbung im gesamten WLAN verteilt wird, können auch Smartphones, die jemand beim Schauen eines Films oder beim TV-Gucken nutzt, mit zur Sendung passender Werbung bespielt werden.
Diese Vorgehensweise speziell für die Inhalteerkennung am großen Bildschirm war bereits bekannt, doch es gibt einige neue überraschende Erkenntnisse, wie Gamers Nexus berichtet.
So reichen der Werbeindustrie sechs Sekunden kurze Sequenzen aus, um den Fingerprint des Inhalts mit den Datenbanken abzugleichen und die jeweiligen Inhalte zuzuordnen.
Anders als LG behauptet, sammelt das TV nach Angaben der Security-Forscher auch dann fleißig Audio- und Videodaten, wenn man die AGB für die Inhalteerkennung abgelehnt hat: Das TV schickte noch einen finalen Screenshot aller getrackten Daten zu Alphonso, aka LG Ad Solutions, nachdem sie alle Datenschutz-Optionen im Menü abgelehnt hatten. Außerdem authentifizierte es sich mit jedem Boot-Vorgang und sandte einen „TV is online“-Beacon an LG. Gleiches passierte, als sie das Netzwerk wechselten oder sich das TV erneut verbunden hatte.