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Apple-Aktie: Wird der KI-Rückstand zum Vorteil?
Apple gilt bei Künstlicher Intelligenz als Nachzügler - Symbol dafür ist Siri. Warum ausgerechnet geringere KI-Ausgaben zum Vorteil werden könnten und was den iPhone-Konzern jetzt unter Druck setzt.
Kaum ein Konzern hat an der Börse eine solche Erfolgsgeschichte geschrieben wie Apple. Als Tim Cook 2011 die Führung von Mit-Gründer Steve Jobs übernahm, war der iPhone-Konzern bereits rund 350 Milliarden Dollar wert - heute sind es mehr als 4,5 Billionen. Wer damals 100 Dollar in Apple investierte, hätte daraus bis heute mehr als 2.700 Dollar gemacht. Und das, obwohl Apple beim größten Technologietrend der vergangenen Jahre lange hinterherhinkte: Künstlicher Intelligenz.
Doch genau dieser Rückstand wird an der Börse inzwischen auch mit anderen Augen gesehen. Weil Apple deutlich weniger in KI-Infrastruktur investiert als andere große Technologiekonzerne, bindet der Konzern weniger Kapital und hält den freien Cashflow, also die verfügbare Liquidität, hoch.
Das zeigt sich auch in der Bilanz: Apples Sachanlagen - dazu gehören zum Beispiel Bürogebäude oder Rechenzentren - beliefen sich zuletzt auf rund 50 Milliarden Dollar. Nach einer Auswertung der Financial Times auf Basis von S&P Capital IQ reicht das im S&P 500 lediglich für Rang 40. In den vergangenen vier Jahren stiegen Apples Sachanlagen zudem nur um 28 Prozent. Zum Vergleich: Bei Microsoft nahmen sie im selben Zeitraum um 285 Prozent zu, bei Meta um rund 200 Prozent und bei Alphabet um 180 Prozent.
"Diese Kapitaldisziplin sichert einerseits hohe Margen und ermöglicht gleichzeitig milliardenschwere Aktienrückkäufe", betont Stephan Kemper, Chefanlagestratege bei BNP Paribas Wealth Management, im Gespräch mit der ARD Finanzredaktion. Inzwischen könne das sogar ein Vorteil sein, denn die großen KI-Investoren müssten ihren Aktionären erst noch beweisen, dass sich diese enormen Ausgaben auch auszahlen.
Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat Umsatz und Gewinn deutlich stärker gesteigert als erwartet.
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Das macht Apple für jene Anlegerinnen und Anleger attraktiv, die sich gegen die Risiken des KI-Investitionsbooms absichern wollen. Das US-Wirtschaftsmagazin Barron's hält Apple daher sogar für "die defensivste Aktie an der Börse". Auch Eckhard Schulte, Vermögensverwalter bei MainSky Asset Management, sieht in der Apple-Aktie einen "Hedge"- also eine Absicherung - gegen eine mögliche Blase bei Künstlicher Intelligenz. Gewinnt Apple also das KI-Spiel, indem es gar nicht erst mitspielt?
Laut übereinstimmenden Schätzungen von S&P Global und Wisdom Tree werden Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft in diesem Jahr zusammen rund 700 Milliarden Dollar ausgeben - das meiste davon für Rechenzentren, Chips und andere KI-Infrastruktur.
Im kommenden Jahr dürften die Investitionsausgaben für diese vier Konzerne bereits die Marke von einer Billion Dollar überschreiten. Rechnet man noch Oracle und SpaceX hinzu, dürften es gar 1,3 Billionen Dollar werden.
Experten und Investoren fragten zuletzt allerdings zunehmend kritisch, ob und wann sich die KI-Investitionen der Tech-Konzerne auszahlen werden. Zugleich sind die geringeren KI-Ausgaben bei Apple nur dann ein Vorteil, wenn der Konzern trotzdem neue Produkte liefert, für die Kunden bereit sind zu zahlen.