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Samsung führt Milliardenrunde an: Mistral erreicht Bewertung von 21 Milliarden Euro
Das französische KI-Unternehmen Mistral hat drei Milliarden Euro frisches Kapital eingesammelt und wird nach der Finanzierungsrunde mit mehr als 21 Milliarden Euro bewertet. Der größte Teil des durch die Finanzierungsrunde eingesammelten frischen Kapitals stammt vom Speicherchip-Riesen Samsung.
An der Finanzierungsrunde beteiligen sich neben Samsung auch der von EQT verwaltete und von der Europäischen Union unterstützte Scaleup Europe Fund, zu dem unter anderem die Europäische Kommission sowie Unternehmen wie Novo Holdings und Santander gehören, sowie der bereits zuvor beteiligte Investor PSG Equity. Durch die neue Finanzspritze hat sich Mistrals Bewertung damit innerhalb eines Jahres annähernd verdoppelt.
Einen wesentlichen Teil des frischen Kapitals will Mistral-CEO Arthur Mensch in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Neben eigenen Rechenzentren setzt das Unternehmen zunächst zusätzlich auf angemietete Rechenkapazitäten, will die Abhängigkeit von externen Ressourcen künftig jedoch deutlich reduzieren. „Langfristig ist geplant, vollständig auf Kapazitäten zu setzen, die wir selbst aufbauen“. Dadurch soll die vom Start-Up selbst gehaltene Rechenkapazität in den kommenden fünf Jahren um rund 100 Prozent anwachsen, wie Mensch gegenüber CNBC angab. Parallel zum Ausbau der Infrastruktur wolle Mistral „größere und schnellere Modelle“ trainieren.
Geschäftlich verfolgt das in Paris ansässige Unternehmen dabei teilweise einen anderen Ansatz als OpenAI und Anthropic. Mistral konzentriert sich nicht allein auf die Entwicklung eigener KI-Modelle, sondern spezialisiert sich zugleich auf zugeschnittene KI-Werkzeuge, die Unternehmen direkt in bestehende Geschäftsprozesse einbetten können. Entsprechende Kooperationen bestehen bereits mit mehreren Konzernen. Beim niederländischen Halbleiterausrüster ASML wird der KI-Spezialist beispielsweise schon in Fertigungsprozesse eingebunden. Eine vergleichbare Zusammenarbeit strebt Mistral laut Mensch nun mit Samsung an, was wiederum die hohe Zuwendung des südkoreanischen Konzerns erklären würde.
Auch bei der Umsatzentwicklung zeigt sich Mistral optimistisch. Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, dass der jährlich wiederkehrende Umsatz noch in diesem Jahr die Marke von einer Milliarde Dollar übersteigen wird. Angesichts der neuen Finanzierung und der zusätzlichen Partnerschaften erwartet Mistral inzwischen sogar, diesen Wert deutlich zu übertreffen, sofern sich die gegenwärtige Entwicklung fortsetzt. Auf eine aktualisierte konkrete Umsatzprognose legte sich Mensch allerdings nicht fest.
Strategisch will sich Mistral weiterhin als Alternative sowohl zu US-amerikanischen als auch zu chinesischen KI-Anbietern etablieren und sich zugleich als „souveräne KI“ für Europa und andere Regionen positionieren. Von OpenAI und Anthropic unterscheidet sich das Unternehmen darüber hinaus durch den stärkeren Fokus auf Open-Weight-Modelle, statt ausschließlich proprietäre und geschlossene Systeme anzubieten. Gerade in diesem Segment wächst allerdings der Wettbewerbsdruck durch immer leistungsfähigere Systeme aus China. Mensch kündigte dementsprechend an, Mistral werde „sehr bald“ neue Modelle veröffentlichen, die „sehr
wettbewerbsfähig“ sein sollen.
Mit der angekündigten Wettbewerbsfähigkeit dürfte der CEO allerdings nicht zwangsläufig nur die reine Leistungsfähigkeit der eigenen Modelle meinen, sondern vor allem Mistrals Position als langfristiger Partner europäischer Unternehmen. Ein Vorteil könnte dabei sein, dass westliche Unternehmen bislang häufig vor einer Zusammenarbeit mit chinesischen KI-Anbietern zurückschrecken. Technisch könnten entsprechende KI-Modelle dennoch auch auf Mistrals Infrastruktur betrieben werden. Darüber hinaus bleibt offen, ob chinesische Modelle langfristig gepflegt und weiterentwickelt werden und inwieweit künftige Exportbeschränkungen ihren Einsatz beeinträchtigen könnten. Für europäische Unternehmen entsteht daraus eine zusätzliche Unsicherheit.
Trotz bereits verfügbarer