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IFA: Saugroboter-Tricks der IFA: Doppelputzer, Zappelbürste und Tastsinn
iRobots ungleiches Robo-Tandem, Uwants Zappelbürste gegen Haare und Movas Tastsinn gegen Rempler: Auf der IFA zeigen Hersteller neue Tricks für Saugroboter.
Ein großer Roboter für die handfeste Teppichreinigung, ein kleiner Beiboot-Roboter für enge Nische: So könnte der iRobot Roomba Duo aussehen, den der Hersteller als Konzeptstudie auf der IFA zeigte.
Saug- und Wischroboter putzen Böden inzwischen recht gründlich und finden sich dank Kameras und Lasersensoren ziemlich souverän zurecht, sofern es sich nicht um die günstigsten Modelle handelt. Ein paar lästige Schwächen bleiben trotzdem: Stark angetrocknete Flecken und enge Zwischenräume zeigen ihnen Grenzen auf, lange Haare wickeln sich mitunter um ihre Bürsten und sammeln dort Dreck, den man von Hand herauspuhlen muss. Und selbst Geräte mit guten Navis sind vor Remplern mit unschönen Schrammen als Folge nicht gefeit.
Auf der IFA zeigten iRobot, Uwant und Mova drei ungewöhnliche Ansätze für diese Alltagsprobleme. iRobot schickte eine Tandem-Einheit aus zwei unterschiedlich großen Robotern in den gemeinsamen, autonom abgestimmten Putzeinsatz. Uwant ersetzte die übliche rotierende Saugbürste durch ein zappelndes Gegenstück, das Haare abwehren soll. Mova wiederum verpasste Saugrobotern mit einer Phalanx aus Drucksensoren einen feineren Tastsinn.
Wenn ein einziger Saugroboter ohnehin nicht alles kann, warum dann nur einen verwenden? iRobot stellte auf der IFA eine Konzeptstudie namens Roomba Duo vor, die Putzarbeit auf zwei Spezialisten verteilt. Ein hockerhoher Hauptroboter übernimmt die grobe Arbeit und trägt einen deutlich kleineren Roomba huckepack. Muss dieser unter niedrige Möbel oder in enge Zwischenräume, setzt ein mechanischer Arm die Garage des Mini-Bots auf dem Boden ab. Zum Putzen fährt der Mini raus, nach getaner Arbeit wieder hinein.
Der große Robo nutzt sein üppiges Gehäuse für Reinigungstechnik, die in eine flache Putzflunder kaum passt. Dabei soll er mit einem Druck zu Werke gehen, wie man ihn sonst eher von Hand mit einem Nass-Trocken-Reiniger oder Schrubber ausübt. Seine 60 Millimeter dicke Wischrolle drückt dazu laut iRobot mit 46 Newton beziehungsweise rund 4,7 Kilogramm auf den Boden. Dampf löst vorher angetrockneten Schmutz, anschließend nimmt die fortlaufend gereinigte Rolle die Nässe auf. Ein Heißluftgebläse trocknet den Boden dahinter.
Als Beiboot diente ein bereits erhältlicher Roomba Plus 575 Combo. Mit 8,35 Zentimetern Höhe und 29,8 Zentimetern Durchmesser passt er unter niedrige Betten, Sofas und TV-Möbel.
Auf der Messe führte iRobot das Zusammenspiel vor: Erst putzte der große Robo ein verdrecktes Teppichstück, anschließend packte er seinen kleinen Kollegen aus. Der wuselte unter flachen Plexiglasscheiben herum und zeigte, wie wenig Rangierfläche ihm reicht. Laut iRobot nutzen beide Einheiten einen gemeinsamen Raumplan und stimmen ihre Arbeit untereinander ab.
Die Demo zeigte anschaulich, wie man den Zielkonflikt zwischen Bedarf für hohe Putzintensität und wenig Platz für Robos in schmutzigen Nischen auflösen könnte. Vorerst bleibt der Roomba Duo allerdings Zukunftsmusik. iRobot bezeichnet ihn als Konzeptmodell und nennt weder Preis noch Marktstart.
Lange Haare gehören zu den natürlichen Feinden von Saugrobotern. Hersteller begegnen verhedderten Strähnen mit Kämmen, Schneidwerkzeugen oder konisch geformten Walzen – mit unterschiedlichem Erfolg.