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US-Rüstungsfirma will ab 2027 Langstrecken-Marschflugkörper in Sachsen bauen
Sachsen wird zum zentralen Rüstungsstandort des US-Konzerns Covenant: Ab 2027 soll bei Leipzig die Produktion des Langstrecken-Marschflugkörpers "Anthem" anlaufen. Das Unternehmen will die Fertigung weltweit langfristig auf bis zu 5.000 Flugkörper pro Jahr ausbauen und europäische Streitkräfte beliefern.
Das US-Rüstungsunternehmen Covenant will im ersten Quartal 2027 in Sachsen die Produktion von Langstrecken-Flugkörpern starten. Das teilte das Unternehmen mit. Der Marschflugkörper "Anthem" soll nach Unternehmensangaben eine hohe Nutzlast mit großer Reichweite verbinden und für strategische Präzisionsschläge ausgelegt sein. Er kann einen 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf tragen.
Außerdem soll er preiswerter sein als bisherige Alternativen. Covenant erklärt dazu, Anthem werde einen sechsstelligen Betrag kosten, also weniger als eine Million, während andere Waffensysteme dieser Art üblicherweise mehrere Millionen US-Dollar pro Stück kosten. Seit dem Erstflug im August 2025 habe das System bereits über 200 Tests absolviert, darunter auch Test-Einsätze mit dem US-Militär. Nach MDR-Informationen soll die Rüstungsfabrik im Raum Leipzig angesiedelt werden.
Die genaue Reichweite der Marschflugkörpers wurde nicht mitgeteilt. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge sollen sie eine Reichweite von mehr als 1.500 Kilometer haben. Der bislang einzige weiter reichende Marschflugkörper der Luftwaffe, der Taurus KEPD 350, kommt auf rund 500 Kilometer.
Der Taurus-Marschflugkörper der Luftwaffe hat eine Reichweite von rund 500 Kilometern.
Der ehemalige Generalleutnant der Bundeswehr und Berater von Covenant, Andreas Marlow, sagte laut Mitteilung, während sich die Bundeswehr historisch auf taktische Flexibilität konzentriert habe, erfordere kollektive Verteidigung heute echte strategische Reichweite. Ein in Europa produziertes Programm für Langstreckenflugkörper sei laut Marlow "das fehlende Puzzlestück in unserer Abschreckungsarchitektur".
Der Standort in Sachsen soll nach Angaben des Unternehmens zum größten Produktionsstandort von Covenant weltweit ausgebaut werden und künftig eine wichtige Rolle bei der Versorgung europäischer Streitkräfte spielen. In Sachsen sollen sämtliche Unternehmensbereiche angesiedelt werden, von Verwaltung und Entwicklung bis zur Produktion. "Es wird eine Vielzahl gut bezahlter, spannender Arbeitsplätze geben," sagt Covenant-Chefin Abigail Denburg.
"Im ersten Jahr werden wir etwa 1.000 Stück produzieren und dann auf 5.000 Stück hochfahren. Das ist unser Ziel für die Jahresproduktion", so Denburg. Covenant hat dafür ein rund ein Hektar großes Grundstück angemietet.
Deutschland verfügt bisher noch nicht über weitreichende Waffensysteme. Anthem könnte diese Lücke schließen.
Covenant hat sich nach eigenen Angaben bewusst für Sachsen als ersten deutschen Produktionsstandort entschieden. Ausschlaggebend seien neben der Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung Sachsen die hohe Lebensqualität, die gute Erreichbarkeit und die industriellen Voraussetzungen des Freistaats gewesen. Das Unternehmen setze dabei auf die in Deutschland vorhandene Kompetenz aus der Automobilindustrie, komplexe technische Systeme und Elektronik effizient in Serie zu fertigen. Zudem will das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit deutschen Zulieferern ausbauen und langfristig in der Region investieren.