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Nach Sachsen-Anhalt-Wahl: Wer entscheidet bei der AfD, wie es weitergeht?
Die AfD hat die Wahl in Sachsen-Anhalt gewonnen - ob sie auch eine Regierung bilden möchte, ist offen. Auch die Bundesspitze mischt in der Frage mit - aus strategischen Gründen. Wer hat mehr Gewicht?
Bei den meisten Parteien ist die Formel klar: Landespolitik wird im Land entschieden, was den Bund betrifft, entscheidet der Bund. Einmischung ist von beiden Seiten grundsätzlich möglich, aber sie muss nicht unbedingt gehört werden.
Wer in den letzten Wochen die AfD beobachtet, kann einen verschobenen Eindruck davon gewinnen, wer in Sachsen-Anhalt die Hosen anhat. Wahlgewinner Ulrich Siegmund scheint in einer Zwickmühle zu stecken. Für die AfD hat er das beste Ergebnis überhaupt bei einer Landtagswahl geholt, sein selbstgestecktes Ziel verpasste er allerdings.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist die AfD stärkste Kraft geworden - mit einem Rekordergebnis.
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In den Wochen vor der Wahl wiederholte Siegmund fast wie ein Mantra: Nur, wenn die AfD die absolute Mehrheit erreicht, werde er sich als Ministerpräsident zur Wahl stellen und in Sachsen-Anhalt regieren. Seine Begründung: Er möchte sich, sein Programm, seine Partei nicht in Kompromissen mit anderen Parteien verbiegen.
Noch am Freitag vor der Wahl betont Siegmund im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF, dass "Menschen endlich wieder Vertrauen in politische Prozesse finden" müssten. Er wolle nach der Wahl das umsetzen, was er vor der Wahl angekündigt hat, das könne er aktuell mit keiner anderen Partei und "deswegen müssen wir es alleine machen und deswegen die absolute Mehrheit". Dem Argument, dass Kompromisse zu einer Demokratie zumindest dann dazugehören, wenn man auch für Menschen da sein möchte, die einen nicht gewählt haben, wich er oft aus.
Nachrichten, Hintergründe und Analysen: Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 06.09.2026 auf einen Blick.
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Auch AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla bekräftigte zunächst die Souveränität des Landes. Beispielsweise sagte er zwei Wochen vor der Wahl im ARD-Sommerinterview: Ob Siegmund in Sachsen-Anhalt regieren wolle oder nicht, das sei seine Entscheidung, "da wird sich der Bundesvorstand nicht einmischen."
Doch schon zu diesem Zeitpunkt ließ Chrupalla eine Hintertür offen und deutete grundsätzliche Gesprächsbereitschaft mit anderen Parteien an. Unmittelbar nach der Wahl wird aus der Andeutung eine Ansage.
Der AfD-Vorsitzende Chrupalla behauptet, dieser Sommer sei nicht ungewöhnlich.
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