// HEISE ONLINE — MOBILE & WEB
Bungie feuert die meisten Destiny-Entwickler und sogar einige des Marathon-Teams
Das Sony-Spielestudio bestätigt frühere Gerüchte über signifikante Entlassungen. Das Destiny-Team ist am stärksten betroffen, aber auch Marathon-Entwickler.
Nach dem Ende der Entwicklung von „Destiny 2“ reorganisiert sich Bungie. Das mündet in den bereits erwarteten Entlassungen zahlreicher Entwickler, vornehmlich beim Destiny-Team, aber auch unter den Personen, die am erst dieses Jahr eingeführten Extraction-Shooter „Marathon“ mitgearbeitet haben. Die Entlassungen begründet Bungie damit, dass der zweite Teil der Destiny-Serie die Erwartungen in den letzten Jahren nicht erfüllt habe.
Es ist bereits die dritte Kündigungswelle bei diesem Spielestudio, nachdem Sony Bungie 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar gekauft hat. Ende 2023 hatte Bungie seine Finanzziele deutlich verfehlt und 8 Prozent der Belegschaft entlassen. Mitte 2024 wechselten 150 Mitarbeiter zu Sony-Projekten, und 220 Bungie-Angestellte verloren ihren Job. Dies wurde vor zwei Jahren mit „steigenden Entwicklungskosten“, „Veränderungen in der Branche und anhaltenden wirtschaftlichen Bedingungen“ begründet.
Jetzt reduziert Bungie die Belegschaft erneut. „Als Führungskräfte von Bungie – sowohl der ehemaligen als auch der aktuellen – erkennen wir an, dass Destiny 2 in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist“, schreibt das Spielestudio bei Bluesky. „Nach dem letzten Inhalts-Update für Destiny 2 und angesichts der Tatsache, dass sich unsere zukünftigen Projekte noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden, konnten wir den Betrieb in unserem bisherigen Umfang leider nicht aufrechterhalten.“
Auch Sony Interactive Entertainment (SIE) bezieht als Muttergesellschaft Bungies Stellung dazu. In einer E-Mail an alle SIE-Mitarbeiter nannte der niederländische SIE-Chef Hermen Hulst weitere Details zu diesem Schritt. „Wir haben beschlossen, die Belegschaft von Bungie zu reduzieren; dies betrifft eine beträchtliche Anzahl von Mitarbeitern, darunter den Großteil des Destiny-Teams sowie einige Mitglieder des Marathon-Teams“, heißt es in der im SIE-Blog veröffentlichten E-Mail. „Zudem gibt es Stellenstreichungen in den SIE-Teams, die den Betrieb von Bungie unterstützen.“
Wie viele Mitarbeiter entlassen und Stellen gestrichen wurden, ist bislang nicht bekannt. Nach Schätzungen von Forbes zählte Bungie im April dieses Jahres 800 Mitarbeiter, während SIE als für Playstation-Hardware und Spieleentwicklung zuständige Sony-Tochter laut Revelio Labs über 14.000 Personen beschäftigt.
Hulst erklärt zudem, in den letzten Monaten mit dem Führungsteam von Bungie die langfristigen Ziele, Entwickler-Prioritäten und den Ressourcenbedarf besprochen zu haben. Man habe gemeinsam verschiedene Alternativen untersucht, bevor die jetzt durchgeführten Einsparungen letztendlich beschlossen wurden. Zwar wird Destiny 2 nicht mehr weiterentwickelt, aber Marathon bleibt ein „wichtiger Bestandteil unseres Portfolios“.
Selbst nachdem Bungie die Entwicklung von Destiny 2 beendet hat, soll der Online-Shooter nach bisherigem Stand dauerhaft online und spielbar bleiben – so wie der erste Destiny-Teil bis heute zugänglich ist. Der neue Extraction-Shooter Marathon, dem etwas mehr Spektakel gutgetan hätte, dürfte laut den Aussagen Hulsts weiterentwickelt werden, obwohl das Entwicklerteam ebenfalls von Entlassungen betroffen ist.
Keine News verpassen! Jeden Morgen der frische Nachrichtenüberblick von heise online
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren
Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer
Datenschutzerklärung.