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Google: Milliardeninvestition in KI-Infrastruktur in Finnland
Der US-Konzern tätigt seine größte Einzelinvestition in Europa über 13 Milliarden Euro in Finnland. Der Vertrag umfasst einen Abnahmevertrag für Atomstrom.
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Google wird in den kommenden zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur in Finnland investieren. Die nach eigenen Angaben bislang „größte Einzelinvestition in Europa“ des Konzerns umfasst Investitionen in Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur an vier Standorten und beinhaltet einen bedeutenden Vertrag zur Lieferung von Atomstrom. Das gab Google am Mittwoch bekannt.
Googles Pläne für den Ausbau der KI-Infrastruktur im Land schließt neben einem bereits bestehenden Rechenzentrum in Hamina die Entwicklung von drei neuen Projekten in Muhos, Kajaani und Vaala im Norden des Landes ein. „Durch den Bau neuer Rechenzentren im Norden statt im Süden Finnlands nutzt Google die vorhandene Netzinfrastruktur in der Nähe CO₂-freier Energiequellen. Dieser Ansatz reduziert den Bedarf an neuen Netzinvestitionen und trägt dazu bei, die Gesamtsystemkosten in Finnland und der nordischen Region zu senken“, schreibt Google in einer Presseerklärung.
Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Energie und Wasser für die Kühlung ihrer Server. Das hat an zahlreichen Standorten, vor allem in den USA, zu Protesten der lokalen Bevölkerung geführt. Wegen Befürchtungen, dass die Anlagen die lokalen Stromnetze belasten, der Umwelt schaden und die Energiekosten in die Höhe treiben. Das kältere Klima mit Temperaturen im Winter deutlich unter minus 10 Grad Celsius und das stabile Stromnetz machen Finnland insofern zu einem attraktiven Standort. Zudem ist das Land mit einer Fläche in etwa so groß wie Deutschland, aber gerade einmal rund sechs Millionen Einwohnern in weiten Teilen dünn besiedelt.
Ein anderer Faktor für Googles Entscheidung für Finnland ist die Kernenergie. Das nordeuropäische Land verfügt über fünf Kernreaktoren an zwei Standorten. Die zwei Reaktoren in Loviisa sind seit 1977 beziehungsweise 1980 am Netz; zwei Reaktoren in Olkiluoto bestehen seit 1978 und 1980. Ein dritter wurde 2023 in Betrieb genommen.
Googles Vertrag mit Finnland beinhaltet einen langjährigen Abnahmevertrag der Stromproduktion eines der beiden finnischen Kernkraftwerke: „Ein Stromabnahmevertrag (PPA) mit dem finnischen Energieunternehmen Fortum zur Laufzeitverlängerung um 22 Jahre“, schreibt der US-Konzern. „Dieser Vertrag bietet die für das Laufzeitverlängerungsprogramm des Kernkraftwerks Loviisa – das sich in der Nähe des Google-Rechenzentrums in Hamina befindet – erforderliche langfristige Planungssicherheit bei den Einnahmen.“ Ohne das Investitionsprogramm zur Laufzeitverlängerung könnte das Kraftwerk, das derzeit rund 580 Arbeitsplätze bietet und 10 Prozent des finnischen Stroms liefert, laut Google seinen Betrieb über das Jahr 2030 hinaus nicht fortsetzen.
Der in der Erklärung erwähnte Google-Standort in Hamina besteht seit mehr als 15 Jahren und ist laut Google Teil des weltweiten Netzwerks von 43 Cloud-Regionen des Unternehmens. Das Rechenzentrum in Hamina ermöglicht es finnischen Unternehmen wie Nokia oder der Stadt Hamina, leistungsstarke Dienste mit geringer Latenz bereitzustellen sowie eigene KI-gestützte Lösungen zu entwickeln und zu skalieren, betont Google.
Laut Googles Präsidentin und Chief Investment Officer Ruth Porat ist die Vereinbarung Googles erster Vertrag im Bereich Kernenergie außerhalb der USA. „Wir nennen das BYOP – Bring Your Own Power“, wird sie von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.
Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehe die zeitnahe Bereitstellung zusätzlicher, zuverlässiger und CO₂-freier Elektrizität zur Unterstützung der Investitionen in Finnland, so Google. Gemeinsam mit dem Betreiber Fortum werde man neue Geschäftsmodelle entwickeln, um die Wirtschaftlichkeit potenzieller neuer Kernreaktoren am Sta