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Höhere Preise für Produkte: Apple beschuldigt Speicherhersteller – aber die wehren sich
Apple versucht sich bei der aktuellen Preiserhöhung als Opfer der DRAM- und NAND-Hersteller darzustellen. Doch diese wehren sich gegen diese Einseitigkeit, denn es ist auch Apple zu verdanken, dass die Speicherindustrie vor vier Jahren in den Abwärtsstrudel ging, als Apple für wenige Cent Speicher aus China kaufen wollte.
Es war ein großes Thema im Jahr 2022. Auch ComputerBase berichtete mehrfach darüber, dass Apple zum chinesischen Flash-Speicherhersteller YMTC wechseln wollte und die Verträge quasi schon unterschrieben waren, und zudem Fühler nach dem DRAM-Hersteller CXMT ausstreckte – was zuletzt schon wieder als Gerücht aufkam. Damals hieß es, die neue Partnerschaft würde nicht nur die Abhängigkeit von südkoreanischen Firmen und anderen wie Kioxia und Western Digital verringern, sondern könne auch zu niedrigeren Vertragspreisen für den Speicher führen.
Der Speichermarkt für die westlichen Hersteller ging 2022 und 2023 in eine Abwärtsspirale, auch Micron war stark betroffen. Tech-Riesen wie Apple wollten noch den letzten Cent herausholen, was die Lage für Speicherhersteller über ein Jahr lang noch verschlimmerte und für Milliardenverluste bei den Herstellern sorgte.
Wie Microns Chief Business Officer Sumit Sadana diese Woche erneut erklärte, waren die Margen negativ, es gab kein Geld, das für Investitionen in die Zukunft benötigt worden wäre. Dabei nennt er aber Apple nicht direkt beim Namen, wenngleich Tim Cook zuvor direkt nur die Speicherhersteller beschuldigt hatte.
There’s less supply at a time when consumers want devices, and the memory guys are passing along huge price increases
We told a couple of the customers who were being very aggressive with pricing at that time that this is not constructive. A lot of the industry investments got shut down in 2023 because of really poor pricing and really poor margins.
Da neue Fabriken und deren Ausrüstung gern vier Jahre Zeit benötigen, ist es diese Kapazität, die heute fehlt. Nun müssen alle Speicherhersteller der Nachfrage gerecht werden, die durch KI zudem noch unvorhersehbar stark explodiert ist. Dass die Speicherhersteller derzeit aufgrund der Knappheit außergewöhnlich hohe Gewinne erzielen, lässt sich kaum bestreiten.
Micron schrieb in dieser Woche erneut Rekordzahlen, der Gewinn stieg auf 28,24 Milliarden US-Dollar. Dass es Apple dabei nicht schlechter geht, zeigt ein Blick auf den Gewinn: 29,35 Milliarden US-Dollar waren es im letzten Quartal. Der Unterschied von Apple zu Micron ist, dass sie solche Gewinne seit Jahren ohne Unterbrechung erzielen und auf riesigen Geldreserven sitzen. Micron, Samsung und SK Hynix haben zudem in der Speicherbranche einen Stand, der einem Kartell gleicht und können so viele Dinge direkt diktieren, weshalb sie schon oft Bestandteil von Untersuchungen waren. So schwarz-weiß wie Apple aber auch Micron die Geschichte erzählen wollen, ist es letztlich also nicht, in der Politik in den USA inzwischen ebenfalls angekommen.
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Corporate greed is Tim Cook, the billionaire Apple CEO, claiming that hiking prices on Apple products by over $200 is "unavoidable" after it made $112 billion in profits last year & spent $310 billion on stock buybacks. These price hikes aren't unavoidable. They're…