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Analyst zu Gemini auf dem iPhone: Rettet Google Apples KI-Ambitionen?
Apple will Gemini-Modelle tief in iOS integrieren und auch Googles Cloud-Dienste nutzen. Ein bekannter Apple-Beobachter sieht Chancen wie Risiken.
Trotz der Tatsache, dass Apple in Sachen Künstliche Intelligenz im Vergleich zur Konkurrenz zurückliegt, gibt es an der Börse positive Stimmung für den iPhone-Hersteller: Allein am Montag legten die Anteilsscheine bislang um knapp 1,7 Prozent zu, die Marktkapitalisierung nähert sich 4,6 Billionen US-Dollar.
Dabei hat Apple den Hype um milliardenschwere Hyperscaler-Rechenzentren ebenso wenig mitgemacht wie um die Anwerbung (sehr) teurer KI-Experten. Den Begriff „agentisch“ findet man auf Apples Website höchstens an wenigen Stellen der Entwickler-Website oder im App Store, wo Anwendungen von OpenAI und Co. angeboten werden.
Stattdessen setzt Apple voll auf die Kombination eigener Modelle mit Googles Gemini, also auf Zukauf. Der Preis soll mit einer Milliarde Dollar im Jahr geradezu ein Schnäppchen sein. Der bekannte Analyst Ming-Chi Kuo hat nun verschiedene Szenarien durchgerechnet, wie es mit Apples KI-Strategie weitergehen könnte, deren Details zumindest teilweise bereits heute bei der Entwicklerkonferenz WWDC 2026 verraten werden sollen.
Das Szenario der Börsen-„Bullen“ ist laut Kuo, dass Apple nur temporär im Hinblick auf KI Schwächen hat. Die Idee: Der Konzern kann aufholen und dennoch zum Schluss führend sein. Kuos Kontakte in Apples Lieferkette sprechen davon, dass das Geschäft zumindest bis Ende des Jahres stark bleibt. Das Narrativ gehe ungefähr so: „Wenn es Apple jetzt schon ohne KI so gut geht, stellen Sie sich vor, was mit KI passiert.“ Es sei dabei relativ egal, was Apple auf der WWDC zeige, die Bullen-Story könne erhalten bleiben.
Es gibt allerdings einige Schwächen bei dieser Vorstellung: Apple müsste auf der WWDC zunächst zeigen, dass es dem Unternehmen gelingt, mit Googles Gemini die bessere Nutzererfahrung zu liefern als Google selbst. Das gilt laut Kuo für KI-Anwendungen – also die geplante Siri-App samt Sprachbedienung –, agentische Workflows und die KI-Nutzung lokal auf dem Gerät (bei fehlendem Netzempfang oder aus Datenschutzgründen) und hybrid in der Cloud.
Sollte es Apple gelingen, „mehr“ mit Gemini zu erreichen als Google mit seinen eigenen Apps, wäre dies ein Signal an die Bullen, dass ihre Einschätzung stimmt. Geschieht dies nicht, würde sich Apple an Google ketten: Gemini wäre dann der Horizont dessen, was Apple im KI-Bereich auf seinen Plattformen leisten kann.
Entsprechend genau muss man heute hinschauen. Apple hatte sich mit seiner verschobenen kontextsensitiven Siri bereits einen massiven Schnitzer geleistet, der zuletzt sogar sehr teuer wurde, weil Nutzer deshalb klagten.
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