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ARD-Vorwahlumfrage für Mecklenburg-Vorpommern: AfD klar vor SPD
In der ARD-Umfrage vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD fünf Prozentpunkte vor der SPD. Die Mehrheit spricht sich jedoch für eine SPD-geführte Landesregierung aus.
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt hat die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, ein neues Wahlplakat vorgestellt: "Die Frau gegen blau". Damit knüpft die SPD-Politikerin an eine Strategie an, mit der es in der Vergangenheit etablierten Länderchefs gelungen ist, sich gegen die AfD durchzusetzen.
Schwesig legt ihre Erfahrung als langjährige Ministerpräsidentin in die Waagschale und wirbt um Stimmen bei der anstehenden Landtagswahl. So will sie eine Mehrheit der AfD verhindern.
Ob Schwesig eine solche Aufholjagd gelingen kann, ist zehn Tage vor der Wahl noch völlig offen. In der aktuellen ARD-Vorwahlumfrage liegt die SPD fünf Prozentpunkte hinter der AfD. Wenn bereits am kommenden Sonntag im Nordosten gewählt würde, käme die SPD aktuell auf 33 Prozent (+1 im Vgl. zur Vorwoche). Die AfD käme auf 38 Prozent (+3) und könnte damit deutliche Zugewinne erzielen (Ergebnis 2021: 16,7).
Die CDU könnte mit sieben Prozent rechnen (-1). Das wäre ihr schlechtestes Ergebnis in dem Bundesland. Die Linkspartei könnte aktuell mit neun Prozent Zustimmung rechnen (-2). Ein solches Ergebnis wäre für die Partei in dem Land ebenfalls ihr bislang niedrigster Wert. Die Grünen lägen aktuell weiterhin bei fünf Prozent.
Das BSW, das erstmals an einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern antritt, käme unverändert zur Vorwoche auf vier Prozent und läge damit knapp unterhalb der Mandatsschwelle, also der für den Einzug ins Parlament erforderlichen Stimmenanteil. Alle übrigen Parteien kämen zusammen auf vier Prozent, darunter auch die FDP (Ergebnis 2021: 5,8).
Das hat die repräsentative ARD-Vorwahlumfrage ergeben, für die das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.556 Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern befragt hat.
Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose. Vielmehr zeigt die Befragung die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der jedoch erst am Tag der Wahl komplett abgeschlossen ist. Deswegen können aus Umfragen nur bedingt Rückschlüsse auf den Wahlausgang gezogen werden. Bis zur Wahl ist mit weiteren Veränderungen zu rechnen. Ein Grund: Viele Wählerinnen und Wähler legen sich erst kurzfristig fest und die letzte Phase des Wahlkampfs kommt noch.
Jeder zehnte Wahlberechtigte in Mecklenburg-Vorpommern (10 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für drei Viertel der Wahlberechtigten (74 Prozent) steht die Wahlentscheidung nach eigener Aussage fest. Jeder Sechste (16 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den SPD-Hochburgen. Seit 1998 ist sie stärkste Partei in dem Bundesland und stellt den Ministerpräsidenten bzw. seit 2017 mit Schwesig die Ministerpräsidentin. Bei der Landtagswahl 2021 konnte sie als Amtsinhaberin für die SPD einen Rekordgewinn erzielen.