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Nintendo nutzt umstrittene Zoll-Rückerstattungen für riesigen Rabatt-Sale
Statt US-Kunden Geld aus Preiserhöhungen zurückzuzahlen, startet Nintendo eine große Rabattaktion – inmitten einer laufenden Sammelklage.
Nintendo of America sieht sich derzeit mit einer Sammelklage konfrontiert, weil sich das Unternehmen weigert, Rückerstattungen von Zöllen an Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Genau vor diesem Hintergrund kündigte Nintendo heute einen „Customer Appreciation Sale“ an, der anscheinend durch ebendiese Rückzahlungen ermöglicht wurde.
In einem Blogpost bezeichnete Nintendo den Sale als eine der „größten Rabattaktionen überhaupt“ und fügte eine Zeile ein, die für reichlich Kopfschütteln sorgt: „Obwohl Nintendo den Großteil der zollbedingten Kosten selbst getragen hat, haben die Rückerstattungen dazu beigetragen, Aktionen wie diese zu ermöglichen.“
Kurzer Rückblick: Nachdem die aktuelle US-Regierung im vergangenen Jahr neue Zölle eingeführt hatte, erhöhte Nintendo die Preise für mehrere Produkte in den USA und berief sich dabei auf die „Marktlage“.
Nach Anpassung der US-Zollbestimmungen forderten Konsumenten Rückzahlungen für die weitergegebenen Mehrkosten. Neben Nintendo wehren sich auch Sony und Microsoft gerichtlich gegen Sammelklagen mit Verweis darauf, dass keine rechtliche Pflicht zur Weitergabe von Zoll-Erstattungen besteht.
In der Ankündigung des Sales argumentiert Nintendo nun, dass man den Großteil der Kosten „absorbiert“ habe. Fakt ist jedoch: Das Unternehmen hat eine Rückerstattung kassiert. Auch die US-Kundschaft, die seit der Preiserhöhung Nintendo-Produkte gekauft hat, litt unter den durch die Zölle gestiegenen Preisen – bekommt aber kein Geld zurück. Dass die Aktion bei vielen schlecht ankommt, liegt vor allem an der Zynik dahinter: Nintendo bedankt sich für die erlittenen Mehrkosten der Kundschaft, indem das Unternehmen sie dazu ermuntert, noch mehr Geld auszugeben.
Das Gegenargument lautet: Hey, warum einem geschenkten Gaul ins Maul schauen? Immerhin gibt es Rabatte auf einige Spiele und Peripheriegeräte in einer Zeit, in der der Kauf von Gaming-Hardware ohnehin verdammt teuer ist. Letztlich lässt sich die Aktion also durchaus als Geste des guten Willens verstehen, von der Switch-Besitzer profitieren können.
Die Reaktionen im Netz fielen dementsprechend gewohnt vielschichtig aus. Hier sind ein paar Stimmen dazu:
"Der Customer Appreciation Sale... wird teilweise durch zollbedingte Rückerstattungen ermöglicht. Während Nintendo den Großteil der zollbedingten Kosten absorbiert hat, haben die Rückerstattungen dazu beigetragen, Aktionen wie diese möglich zu machen."
Das ist.... nicht, wie Sales funktionieren. Eine sehr skurrile Begründung.[image or embed]
Zudem wehrt sich Nintendo weiterhin gegen die Sammelklage mit dem Argument, dass keine Verpflichtung bestehe, Rückerstattungen an die Kundschaft weiterzugeben. Switch-Käufer hätten genau das bekommen, „wofür sie verhandelt und gezahlt haben“. Microsoft und Sony schließen sich dieser Haltung an und argumentieren in ihren Verfahren bezüglich der Zoll-Rückerstattungen auf ganz ähnliche Weise.