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Zeitenwende für Rot-Grün: Berlin und der Schock vom 11. September
Die deutsche Politik reagiert vor 25 Jahren bestürzt auf die Nachricht von den Anschlägen in New York. Aber sie fasst sich schnell, schnürt zwei Sicherheitspakete und beschließt die Beteiligung am Afghanistan-Einsatz.
Der 11. September 2001 fällt auf einen Dienstag. Am frühen Nachmittag gibt Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Ungarns Regierungschef Viktor Orbán eine Pressekonferenz zur EU-Ost-Erweiterung.
Nebenan im Bundestag ist auch vor 25 Jahren Haushaltswoche. "Ich saß im Plenum des Deutschen Bundestags und war darauf vorbereitet, in wenigen Minuten eine Rede zu halten zur Innen- und Sicherheitspolitik, als diese Nachricht kam", sagt der FDP-Abgeordnete Max Stadler. "Die Debatte wurde dann abgebrochen, man hat natürlich über Fernsehen das fürchterliche Geschehen verfolgt und es war nicht daran zu denken, einfach zur Tagesordnung überzugehen."
Interview
11.09.2026
Vor 25 Jahren verübten Terroristen den Anschlag auf das World Trade Center in New York. Ein Überlebender erinnert sich.
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Fassungslos sitzen Abgeordnete, Ministerinnen und Minister in ihren Büros vor den Bildern von CNN aus New York. Drei Stunden später tritt der Bundeskanzler im Kanzleramt vor die Presse. Draußen hängen die Flaggen schon auf Halbmast. "Dies ist eine Kriegserklärung gegen die gesamte zivilisierte Welt. Ich habe dem amerikanischen Präsidenten George Bush die uneingeschränkte Solidarität Deutschlands zugesichert", erklärt Schröder.
Der erste Schock sitzt tief, bei Regierung und Opposition. CDU-Chefin Angela Merkel sagt: "Es ist ein tiefer Einschnitt für die demokratische Welt."
Für Deutschland sehen die Fachleute keine konkrete Gefahr, trotzdem kreisen Hubschrauber über dem Regierungsviertel, Panzersperren werden errichtet, vor den Botschaften Israels und der USA ziehen noch mehr Polizisten auf.
Der 11.September 2001 prägte auch Deutschland. Menschen mit Einwanderungsgeschichte fühlen sich misstrauisch beäugt.
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In München muss Bayerns Innenminister Günter Beckstein entscheiden, ob er das Oktoberfest abblasen soll. "Wir haben uns da Szenarien durchgespielt, die in ihrer Schrecklichkeit kaum überbietbar sind. Das hätte nicht nur dieselbe Anzahl von Toten wie in New York gegeben, wenn ein Flugzeug in Hamburg oder München vollgetankt dann bewusst auf einen solchen Festplatz zum Absturz gebracht wird. Wir haben uns dann entschlossen - und ich habe mich entschlossen - trotz mancher Bedenken zu sagen: Jawohl, unter Sicherheitsaspekten kann das durchgeführt werden."