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d-you: Neuer Name fürs EUDI-Wallet, aber alte Probleme
von André Westphal
11. Sep. 2026 |
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Caschy hatte es ja vor wenigen Tagen aufgegriffen: Die deutsche Version des EUDI-Wallets wird sich d-you schimpfen. Der Startschuss soll nach aktuellem Stand am 2. Januar 2027 fallen. Über das Wallet sollen sich Dokumente und Nachweise wie der Führerschein oder der Personalausweis auf dem Smartphone ablegen lassen. Allerdings gibt es weiterhin erhebliche Stolpersteine, auch hinsichtlich der Datensicherheit, welche zu Verzögerungen führen könnten.
So muss das Digitalministerium vor dem Launch noch Probleme lösen. Deswegen will man den Mund aktuell auch noch nicht allzu voll nehmen bzw. muss kleiner starten als ursprünglich angedacht. Zum Launch soll nämlich erst einmal nur der digitale Ausweis in d-you Platz finden. Erst später soll der Führerschein folgen und danach dann ein Lichtbildnachweis. Und erst darauf will man weitere Funktionen für die Kommunen und auch die Privatwirtschaft ergänzen.
Die Bundesregierung hat zudem bereits selbst vage angedeutet, dass der Termin am 2. Januar 2027 noch gekippt werden könnte. Sie hat erklärt, man werde "unter Berücksichtigung eventueller Restrisiken über den Start der staatlichen EUDI-Wallet entscheiden". Übersetzt heißt das, Verschiebungen sind immer noch möglich. Zumal selbst der zuständige Digitalminister Karsten Wildberger eingeräumt hat, dass zunächst ein stiller Start erfolgen werde. Man werde d-you also zunächst nicht aktiv bewerben, sondern wolle im ersten Schritt Rückmeldungen sammeln. Erst danach werde man bundesweit die Werbetrommel rühren. Das spricht auch nicht gerade für Selbstbewusstsein.
Laut Berichten von netzpolitik hat das zuständige Unternehmen Common Codes GmbH, von der Bundesagentur für Sprunginnovationen (Sprind) gegründet, noch vor wenigen Tagen nach externer Unterstützung im Bereich der Informationssicherheit gesucht. Die Stellenbeschreibung erklärte, es gehe um die Absicherung der Infrastruktur im Hintergrund. Das vergleicht die Sicherheitsforscherin Bianca Kastl damit, dass man in einen fahrenden Zug noch schnell ein paar Sicherheitsingenieure holt, um dann nach dem Zustand der Bremsen zu fragen. Auch die Sicherheit der App an sich muss noch geprüft werden.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bastelt unterdessen an den finalen Sicherheitsvorgaben. Da hat es ebenfalls Verzögerungen gegeben, weil die EU-Kommission noch gar nicht alle Vorgaben für das EUDI-Wallet bzw. die deutsche Adaption d-you festgelegt hat. Auch hat das BSI wohl im Stillen weiterhin deutliche Bedenken wegen des technischen Unterbaus der dt. Variante.
So löste die Verwendung von Signed Credentials schon vor Monaten Stürme der Kritik aus. Denn die kryptografischen Signaturen, welche man als Echtheitssiegel verstehen darf, machen die Daten auch besonders wertvoll für Datenhändler und Kriminelle. Das BSI warnte daher gemeinsam mit Sicherheitsforschern vor der Verwendung, was aber vom Digitalministerium ignoriert wurde. Tja, mal abwarten, wie sich das alles noch so entwickelt.
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